Ursache

Morbus Crohn

Ursachen und Risikofaktoren Die genauen Ursachen von Morbus Crohn sind noch nicht eindeutig geklärt. Eine genetische Veranlagung und Risikofaktoren wie Rauchen begünstigen die Krankheit

Was genau Morbus Crohn auslöst, haben Wissenschaftler bislang noch nicht herausgefunden. Es gibt jedoch einige Faktoren, die diese Krankheit begünstigen. So kommt sie in Familien gehäuft vor, was eine genetische Veranlagung  nahe legt. Ist ein enger Verwandter an Morbus Crohn erkrankt, erhöht sich das Risiko für die anderen Familienmitglieder etwa um das zehnfache. Forscher haben zudem verschiedene Gene entdeckt, die bei einigen Crohn-Patienten fehlerhaft sind. Das bekannteste ist das sogenannte NOD2/CARD 15-Gen. Es liegt auf Chromosom 16. Dieses Gen ist für Bestandteile von Immunzellen wichtig, die in der Darmschleimhaut vorkommen. Können diese Zellen Krankheitserreger nicht mehr vollständig beseitigen, weil sie nur eingeschränkt funktionieren, kommt es womöglich zu einer Überreaktion des körpereigenen Immunsystems. Das könnte in die chronische Entzündung münden, die bei Morbus Crohn vorliegt. Daneben deuten verschiedene Studien darauf hin, dass auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Morbus Crohn kommt in Industrieländern beispielsweise weitaus häufiger vor als in ärmeren Ländern. Rauchen begünstigt die Krankheit ebenfalls. Dass die Psyche das Risiko, an einem Morbus Crohn zu erkranken, erhöht, gilt als widerlegt. Vielmehr belastet die Krankheit, nachdem sie aufgetreten ist, die Seele nachteilig, was sich auch ungünstig auf den Verlauf auswirken kann. Nicht selten leiden Patienten an Depressionen. Eine "falsche" Ernährung ist weder für das Entstehen eines Morbus Crohns noch für die Schübe verantwortlich. Die Krankheit betrifft in erster Linie junge Menschen. Die meisten erkranken zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr daran. Prinzipiell kann Morbus Crohn jedoch auch erst bei älteren Menschen auftreten. Schreitet die Crohn-Krankheit voran, können sich unangenehme Begleiterscheinungen ergeben. Dazu zählen Fisteln, Fissuren und Abszesse, aber auch ein Darmverschluss oder ein Mangel an Nährstoffen (mehr im Kapitel Symptome). Menschen, die an Morbus Crohn leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs, wenn der Dickdarm befallen ist oder zusätzlich eine Entzündung der Gallenwege vorliegt (primär sklerosierende Cholangitis).