Therapie

Medikamentöse Behandlung

In einem akuten Krankheitsstadium steht in der medikamentösen Behandlung die Einnahme von Kortisonpräperaten an erster Stelle. Kortisonpräperate haben eine stark entzündungshemmende Wirkung und führen so zum Abklingen der Entzündungsherde im Darm. Zusätzlich (bzw. bei leichten Fällen auch alleine) kann man andere entzündungshemmende Wirkstoffe wie das Salazosulfapyridin (auch Sulfasalazin genannt) oder die 5-Aminosalicylsäure (auch Masalazin genannt oder 5-ASA abgekürzt) anwenden. Nach Abklingen der stärksten Entzündungserscheinungen müssen die Kortisonpräperate in der Regel nicht weiter eingenommen werden. Bei Colitis ulcerosa hat sich zur Vermeidung von Rückfällen die vorbeugende medikamentöse Therapie (die sog. Rezidivprophylaxe) mit Salazosulfapyridin, Olsalazin oder 5-Aminosalicylsäure bewährt. Bei seltenen, nicht auf die obengenannten Behandlungsmethoden ansprechenden Formen der Erkrankungen kommen Metronidazol - ein Antibiotikum - oder Azathioprin - eine Substanz, die bei Autoimmunerkrankungen angewendet wird - zum Einsatz.   

Operativer Eingriff

Eine Operation ist nicht als Bedrohung, sondern als Chance anzusehen. Wenn die Colitis ulcerosa nicht mit Medikamenten beherrschbar ist, dann besteht die Möglichkeit, durch die Entfernung des Dickdarms die Krankheit zu beseitigen. Die Angst, dass in diesem Fall ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muß, ist angesichts der heutigen Operationsmethoden oft unbegründet. Denn nach Entfernung des Dickdarms und des größten Teils des Enddarms kann aus den unteren Teilen des verbliebenen Dünndarms eine Art "künstlicher Enddarm" gebildet werden (sogenannte "Pouch"-Operation, abgeleitet von dem englischen Wort "pouch" für Tasche, Beutel), der (fast) die normale Funktion der entfernten Darmteile übernehmen kann. Ein künstlicher Darmausgang (Stoma) ist dann nicht notwendig. Ist eine solche Operation nicht möglich und die Anlage eines künstlichen Darmausgangs unumgänglich, wird das Ende des Dünndarms durch die Bauchdecke an die Körperoberfläche geführt (Ileostomie). Wenn die Colitis ulcerosa schwer war, bringt die Ileostomie für den Patienten eine Verbesserung der Lebensqualität. Die Entscheidung, ob Poch oder Stoma, ist oft schwierig, denn beides hat Vor- und Nachteile. Man sollte sich von verschiedenen Ärzten beraten lassen und auch mit betroffenen Patienten sprechen. 

Ernährung

Wissenschaftlich konnte bisher kein endgültiger Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und der Entstehung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen festgestellt werden. Es gibt daher auch keine allgemeingültigen Diätvorschläge. Vielmehr sollte jeder Kranke selbst feststellen, was ihm bekommt, und auf Nahrungsmittel, die nicht vertragen werden, verzichten. Schwerverdauliche Nahrungsmittel (z.B. Kohl, Zwiebeln und Hülsenfrüchte), die schon beim Gesunden Beschwerden auslösen können, können beim Kranken Bauchschmerzen und Blähungen verursachen. Mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag werden darüber hinaus oft besser vertragen als wenige große.

Es ist wichtig, darauf zu achten, eine möglichst augewogene Mischkost zu sich zu nehmen, die Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette und Vitamine enthält. Die Kost sollte bei Normalgewichtigen nicht zur Gewichtsabnahme führen. Bei Stenoseengen im Dünndarm ist alles gut zu kauen. Unzerkleinerte Bananen, Pilze, Nüsse, Trauben etc. können einen Darmverschluß auslösen. In der Zeit häufiger Durchfälle sollte auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleistet sein. In der akuten Krankheitsphase oder in Fällen, bei denen eine Mangelernährung droht, kann die sogenannte "Astronautenkost" (Elementardiät) eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um besonders aufbereitete Kost, die dem Körper alle wichtigen Substanzen zur Verfügung stellt. Diese werden bereits in den oberen - von Entzündungserscheinungen nur sehr selten betroffenen - Darmabschnitten aufgenommen. Leider schmeckt die Astronautenkost nicht besonders gut, so das sie meistens mit einer Sonde verabreicht wird. Astronautenkost wird manchmal auch zur Erzielung einer Remission verabreicht.