Folgekrankheiten von Diabetes

Diabetischer Fuß Menschen mit Diabetes sollten ihren Füßen besondere Beachtung schenken. Damit es nicht zu Fußkomplikationen kommt, sollte man nicht barfuß laufen, vorsichtig sein mit normalen Schuhen und regelmäßig zur medizinischen Fußpflege gehen ? sollen die Füße also in Watte gepackt werden? Brauchen Füße von Diabetikern mehr als die normale Fußpflege? Wenn die Füße keine diabetesbedingten Veränderungen haben, brauchen sie keine besondere Pflege. Trotzdem der Hinweis: Pflegen Sie zur Vorsorge Ihre Füße. Wenn aber bedingt durch Diabetes die Nerven geschädigt sind oder die Durchblutung gestört ist, ist es am besten, die Füße besonders zu pflegen.  

Bei mir alles in Ordnung?  

Klären Sie zuerst, ob bei Ihnen eine diabetesbedingte Nevenschädigung vorliegt. Das läßt sich mit einfachen und schmerzlosen Untersuchungen von fast jedem Arzt durchführen. Mit der Stimmgabel wird das Vibrationsempfinden getestet, mit dem Monofilament kann man das Berührungsempfinden prüfen, mit einem Tip Therm kann das Temperaturempfinden untersucht werden, und zusätzlich kann der Arzt noch die Reflexe mit einem Reflexhammer testen. Weisen Sie ihn darauf hin, wenn er die Untersuchungen nicht von sich aus macht. Nervenschäden an den Füßen können nach mehrjähriger, schlechter Blutzuckereinstellung auftreten. Es gibt typische Anzeichen für eine Nervenschädigung, die Sie bei sich selbst bemerken können. Zusätzlich sollte Ihr Arzt bei der Fußuntersuchung die Fußpulse tasten, um eine Durchblutungsstörung auszuschließen. Findet er Auffälligkeiten, so wird er weitere Untersuchungen wie Ultraschalluntersuchung der Gefäße veranlassen.

Zeichen für eine Nervenschädigung

  • kein Temperatur- und Schmerzempfinden
  • Taubheit
  • Kribbeln
  • Kältegefühl bei warmen Füßen
  • "Ameisenlaufen"
  • Wadenkrämpfe in Ruhe
  • Schmerzen in Ruhe (nachts)
  • Trockene und rissige Haut
  • schmerzlose Hühneraugen
  • schmerzlose Wunden
  • Fußschwellungen
  • Hornhautschwielen
  • Fußdeformitäten, Fehlstellungen und Unbeweglichkeit der Zehen

Zeichen für eine Durchblutungstörung

  • Schmerzen beim Laufen (Waden)
  • blasse Haut (auch bläulich)
  • kühle Haut beim Betasten
  • Pulse fehlen bei der ärztlichen Untersuchung

Haben Sie keine der Anzeichen? Und ergab die ärztliche Fußuntersuchung keinen Hinweis auf eine diabetesbedingte Veränderung Ihrer Fußnerven oder der Durchblutung? Dann benötigen Ihre Füße ebenso viel oder wenig Pflege wie Füße von Menschen ohne Diabetes: Auch Barfußlaufen, Fußnägel lackieren und das Tragen von modernen und engen Schuhen schadet Ihren Füßen nicht. Die folgenden Hinweise sind allgemeine Tips zur Fußpflege, die bei Nervenschäden besonders beachtet werden sollten.   

So schützen Sie Ihre Füße  

Ihre Nerven sind geschädigt? Jetzt ist es äußerst wichtig, daß Sie Ihre Füße vor jeder Art von Verletzungen schützen: Ihre Nerven leiten die Schmerzen nicht mehr richtig weiter, und kleinere unbemerkte Verletzungen können sich verschlimmern. Ebenfalls ist Ihre Haut jetzt empfindlicher. Da Sie Schmerzen nicht mehr zuverlässig wahrnehmen, müssen Sie jetzt besser vorsorgen und Ihre Füße regelmäßig pflegen. Gehen Sie, wenn Sie Empfindungsstörungen an den Füßen haben, nicht barfuß. Wenn Sie es dennoch genießen wollen, tun Sie es nicht zu lange, und prüfen Sie gleich, ob alles in Ordnung ist. Sie können Ihre Füße vor Verletzungen schützen, wenn Sie am Strand Badeschuhe tragen. Betasten Sie Ihre Füße! Durch Betasten des eigenen Fußes kann man Verhärtungen, Risse, Deformitäten u.ä. mit den Händen erfühlen. Äußerliche Veränderungen wie Verfärbungen und Verletzungen sind zu sehen. Voraussetzung dafür ist, daß man sich ausreichend bewegen kann und gut genug sieht, um die Kontrollen selbständig durchführen zu können. Kontrollieren Sie jeden Abend Ihre Füße. 

Probleme vermeiden!  

Sie können Ihre Füße bei der Fußpflege vor Verletzungen schützen, indem Sie alle Utensilien vermeiden, mit denen Sie sich verletzen können. Benutzen Sie abgerundete Fußpflege-Utensilien zum Kürzen der Zehennägel. Zum Entfernen der Hornhaut sind Bimsstein und Feile geeignet. Gönnen Sie Ihren Füßen täglich nach dem Waschen mit milder Seife eine angenehme Fußmassage mit einer Creme, die Ihre Haut vor dem Austrocknen bewahrt. Sie können Ihre Füße auch mit einem kurzen Fußbad verwöhnen, sollten sie aber vor Verbrühungen schützen, indem Sie die Wassertemperatur mit einem Thermometer prüfen (max. 37° Celsius). Überlegen Sie, welche Tips Sie bei Ihrer Fußpflege umsetzen können. Wenn man es anders macht, geht man eventuell kleine Risiken ein; und es empfiehlt sich dann, mehr aufzupassen. 

Mein persönliches Risiko?  

Wann sollten Sie professionelle Fußpflege in Anspruch nehmen? In den folgenden Situationen ist es gut, sich von einem professionellen Fußpfleger behandeln zu lassen:

  • Sie sehen schlecht
  • Sie können mit den Händen schlecht die Füße erreichen
  • es ist niemand da, der Ihnen bei der täglichen Pflege und Kontrolle der Füße behilflich ist
  • Sie haben eingewachsene Zehennägel, Hühneraugen oder Warzen, die Sie selbst nur mit großem Verletzungsrisiko behandeln können
  • Sie hatten bereits eine schlecht heilende Wunde am Fuß.

  Was ist ein professioneller Fußpfleger?  

Allein die Bezeichnung "Medizinischer Fußpfleger" oder "Podologe" sagt leider wenig über die Erfahrung und Ausbildung auf dem Gebiet des Diabetes aus. Sie können vom Zentralverband der medizinischen Fußpfleger erfragen, wo Sie in Ihrer Umgebung einen speziell auch diabetologisch geschulten medizinischen Fußpfleger finden. Die Zuzahlung der Krankenkassen für die professionelle Fußpflege ist noch immer nicht abschließend geklärt: Zwar sind sich alle Beteiligten darüber einig, daß richtige Fußpflege zur Vermeidung von diabetesbedingten Folgekomplikationen bei Menschen mit einer Nervenschädigung wichtig und sinnvoll ist ? aber gesetzlich geregelt ist ein Anspruch auf Kostenerstattung nicht. Am besten setzen Sie sich mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung und klären die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme in Ihrem Fall persönlich und legen bei Bedarf Widerspruch gegen den Beschluß ein. 

Die richtigen Schuhe  

Gute Schuhe erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • Der Schuh sollte ausreichend Platz in Breite, Höhe und Länge für Ihren Fuß bieten
  • flache Absätze
  • wenig biegsame Sohlen
  • weiches Obermaterial (der Schuh soll nachgeben, nicht der Fuß)
  • keine dicken Nähte und Ösen
  • keine vorgefertigten (geteilten) Einlagen oder Fußbettungen.

Am besten gehen Sie nachmittags zum Schuhkauf, da die Füße im Laufe des Tages meist etwas anschwellen. Lassen Sie sich beim Schuhkauf auf richtigen Sitz beraten, und tragen Sie neue Schuhe eine halbe Stunde pro Tag ein. Lassen Sie die Schuhgröße am besten ausmessen. Wenn Sie bereits einmal eine Fußwunde hatten, können besondere Schuhzurichtungen z.B. mit besonderem Fußbett erforderlich sein. Bei Fußfehlstellungen oder Zehenamputation werden meist orthopädische Maßschuhe benötigt.   

Das Fazit  

Sieht es nun am Ende doch wieder so aus, daß Sie als Betroffene Ihre Füße "wie rohe Eier" behandeln sollten? Gute Vorbeugung und Pflege sind wichtig, aber noch wichtiger ist es, daß Sie mit Ihren gesunden Füßen alles mitmachen, was den Füßen guttut: Barfußlaufen, Wandern, Fußbäder, Massagen usw.

Krankheiten der Augen

Die Augen sind die Fenster des Körpers zu seiner Umwelt. Doch heutzutage sind unse­re Augen permanent Belastungen ausge­setzt: Fast alles spielt sich im Nahbereich ab, wir arbeiten bei künstlichen Lichtverhält­nissen, und die Augen werden ständig mit unnatürlichen Formen und Farben, Signa­len und Botschaften bombardiert. Augen al­tern außerdem mit! Deshalb sollten wir in die Gesundheit(s-Vorsorge) auch unsere Au­gen einbeziehen. Die Zufuhr des Carotinoids Lutein schützt die Netzhaut vor negativen Einflüs­sen und kann das Risiko altersbedingter Au­generkrankungen mindern. Welche Erkrankungen der Augen können im Laufe der Jahre auftreten?

Der Grüne Star (Glaukom)

Etwa zwei Prozent der über Vierzigjähri­gen leiden unter «Grünem Star». Die meis­ten wissen davon lange nichts, häufig mer­ken sie es erst zwanzig Jahre später. Bei den Sechzigjährigen ist bereits jeder Zwanzigste am Grünen Star erkrankt. Glaukom - so der medizinische Fachausdruck - gehört zu den Erkrankungen, die man im Anfangsstadium nicht «sieht». Das Auge liegt kugelähnlich im Schädel, daher der Name «Augapfel». Damit dieses relativ weiche Gebilde seine kugelige Form behält, muss im Inneren ein bestimmter Druck herrschen (siehe Grafik). Für die gleichbleibende Stärke dieses Drucks ist das Kammerwasser zuständig. Es wird von einer Drüse ständig neu gebildet, kreist durch die beiden Augenkammern und fließt schließlich durch den Kammer­winkel in einen Abflusskanal (Schlemm-Kanal) und von dort in die Blutbahn. Das Kammerwasser hat noch eine weitere Auf­gabe: Es ernährt alle blutfreien Teile des vor­deren Auges und entsorgt sie auch wieder.

Ein netzartiges, schwammähnliches Gebil­de im Kammerwinkel reguliert exakt, wie viel Kammerwasser einfließen und wie viel abfließen darf, um den Druckausgleich zu erhalten. Beim gesunden Auge funktioniert diese Autoregulation perfekt, der Druck be­trägt etwa 14 bis 21 mmHg (Quecksilber­säulendruck). Lässt jedoch die Durchlässigkeit des schwammähnlichen Gebildes nach oder sind die Abflusswege des Kammerwassers aus irgendwelchen Gründen behindert, steigt der Druck im Augeninneren an, weil nicht mehr so viel Wasser abfließt wie gebil­det wird. Dadurch erhöht sich der so ge­nannte Augeninnendruck. Geschieht dies über Jahre, so schädigt dieser Überdruck das Sehnervengewebe und den Sehnerv. Problematisch ist, dass der Betroffene da­von lange nichts merkt. Unsere Augen be­ziehungsweise wir Menschen haben näm­lich die Fähigkeit, uns relativ schnell anpas­sen zu können. Wir spüren nicht, dass die Netzhaut - zunächst außen - schlechter versorgt wird.

Wir merken auch nicht, dass unser Gesichtsfeld immer kleiner wird, weil wir uns bei Störungen automatisch mit schnelleren Augen- oder Kopfbewegungen anpassen (siehe Grafik).   

Glaukomanfall

Ist die Krankheit einmal fortgeschritten, kann es zu einem «Glaukomanfall» kom­men, der sehr schmerzhaft ist und dem man häufig andere Ursachen zuschreibt. Kenn­zeichen sind rapide Sehverschlechterung, Lichtempfindlichkeit, Tränen und Augen­schmerzen. Dazu kommen oft Symptome wie starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Er­brechen, manchmal sogar verbunden mit Bauchschmerzen unklarer Ursache. Die Lebensweise hat kaum etwas mit der Entstehung eines Grünen Stars zu tun, man weiß aber inzwischen, dass Gefäßerkran­kungen wie Arteriosklerose oder Bluthoch­druck einen Co-Faktor darstellen. Bestimmte Menschen sind für ein Glau­kom anfälliger, nämlich:

- Menschen mit großen (hell-)blauen Augen

- Menschen, die extrem kurz- oder weitsichtig sind

- Menschen mit einer Krankheit, die eine Bildung des Glaukoms begünstigt (z. B. Diabetes, 

   Durchblutungsstörungen)

- Menschen, in deren Familie Glaukom schon öfter aufgetreten ist.
Letztere sollten bereits ab dem 30. Lebens­jahr - andere ab dem 40. - regelmäßig vom Augenarzt ihren Augeninnendruck messen lassen. Wird nämlich ein Anstieg des Augeninnendrucks rechtzeitig bemerkt, kann man ihn durch Medikamente senken und so eine Schädigung des Sehnervs verhindern. Das ist wichtig, denn immerhin sind 20 Prozent der Erblindungen älterer Menschen auf ein Glaukom zurückzuführen.   

Der Graue Star (Katarakt)

Mag der Name ähnlich sein, doch beim Grauen Star handelt sich um eine völlig an­dere Erkrankung. Grauer Star bedeutet stets einen Durchsichtigkeitsverlust der Augen­linse, oft eine Erkrankung älterer Menschen (Cataracta seniles). Die Augenlinse trübt sich und verliert allmählich ihre Licht­durchlässigkeit. Beschleunigen kann sich diese Trübung, die man auch von außen er­kennt, durch Erkrankungen des Stoffwech­sels, Diabetes, Infektionen, Medikamente oder gefährliche Strahlen. Der Altersstar - medizinisch Katarakt - tritt meist erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Wenn selbst eine gut angepasste Brille nichts mehr nützt, kann operativ bzw. per Laser geholfen werden. Das ist dank der modernen Medizintechnologie inzwischen sogar ambulant und unter örtlicher Betäu­bung (Lokalanästhesie) möglich. Dabei wird die getrübte Linse entfernt und durch eine künstliche Augenlinse ersetzt. 

Makula-Degeneratiori - der «gelbe Fleck» wird schwarz

Die Fliesen im Badezimmer verzerren sich und Dinge, die genau «vor der Nase» liegen, verschwinden hinter einem schwar­zen Fleck. Auch die Farben sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Wenn eine über fünfzig Jahre alte Person über derartige Be­schwerden klagt, dürfte der Grund dafür eine altersbezogene Makula-Degeneration (AMD) sein. Eine Behandlung dieser Sehbehinderung, die zur Erblindung führen kann, ist heute zum Teil möglich. Von den über 80-Jährigen haben 10 bis 15 Prozent eine altersbezogene Makula-Degeneration, Frauen häufiger als Männer. Hauptrisiko­faktoren sind folglich Alter, Geschlecht und besonders Rauchen. Zu den weiteren Risikofaktoren dürften Ernährung, speziell Vitaminmangel, Licht, genetische Faktoren und Hautfarbe zählen, wahrscheinlich auch ein über längere Zeit unbehandelter Blut­hochdruck sowie kardiovaskuläre Erkran­kungen. Eine AMD kann sich allmählich oder plötzlich entwickeln, jedoch fast im­mer auf beiden Augen. Dabei bleibt das periphere Gesichtsfeld erhalten, doch die in der Netzhautmitte gelegene Macula lutea, der «gelbe Fleck», wo die Netzhaut die stäb­chenfreie Sehgrube (Fovea centralis) hat und so schärfstes Sehen ermöglicht, weist degenerative Veränderungen auf.  

Zwei Formen der AMD

Die AMD wird in ein Früh- und in ein Spätstadium eingeteilt. Kennzeichen des Frühstadiums sind Ablagerungen (Drusen) und Pigmentveränderungen im Bereich der Makula. Typisch ist, dass die Patienten zu­nächst über erhebliches Verzerrtsehen, eine veränderte Farbwahrnehmung, dann über einen zunehmenden Verlust der Sehkraft klagen. Schließlich verliert sich die zentrale Sehschärfe völlig - sie erblinden. Im Spät­stadium, das wiederum eingeteilt wird in eine trockene und in eine feuchte Form, kommt es dann zu einer starken Atrophie des retinalen Pigmentepithels und zu gro­ßen Gefäßwucherungen unterhalb der Netzhaut.

An der trockenen Form mit ei­nem fortschreitenden Gewebsschwund der Netzhaut im Bereich der Makula leiden rund 85 Prozent der Betroffenen. Die Netz­haut büßt dabei allmählich ihre Funktion ein.

Bei der feuchten Form der AMD spros­sen krankhaft veränderte Blutgefäße unter die Netzhaut ein, wobei Blutbestandteile und Flüssigkeit austreten. Dadurch gehen Photorezeptoren unter, und die Netzhaut­mitte vernarbt. Ist dieser Zustand noch nicht zu weit fortgeschritten, kann der Patient heute mit der Photodynamischen Therapie vor dem Erblinden bewahrt werden. 

Lassen Sie die Augen strahlen

Es müssen sich nicht erst Sehschwierig­keiten einstellen, um einen Besuch beim Augenarzt zu rechtfertigen. Gerade bei Autofahrern ist eine Kontrolle der Augen wichtig - lebenswichtig. Mit dem Carotinoid Lutein lässt sich beispielsweise die Netz­haut vor schädigenden Einflüssen wie star­ken UV-Strahlen, aber auch vor freien Radi­kalen schützen. Lutein (Xantophyll) ist ein Vorläufer von Vitamin A und ein hoch wirk­sames Antioxidans. Es kommt zwar in grü­nen Gemüsesorten wie Broccoli, Spinat, Lauch, Kohl, Erbsen und grünem Salat, außerdem im Eidotter vor, doch der Min­destbedarf liegt bei 4-6 mg/Tag. Lutein schützt die Makula, was besonders für die­jenigen wichtig ist, die sich viel im (Sonnen-)Licht aufhalten und draußen Sport treiben. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Augenarzt.   VISO - BON   Die VISO-BON Kapseln sind eine Kombination aus Heidelbeer-Extrakt und Lutein , welche hilfreich sein können bei altersbedingten Gefässveränderungen , speziell im Augenbereich (Nachlassen oder Verlust der Sehkraft durch Degeneration der Makula ). VISO-BON   kann hilfreich eingesetzt werden: 

1.)     Zur Verbesserung der Sehkraft bei Makula-Degeneration

2.)     Bei altersbedingten Gefässveränderungen (Arteriosklerose)                      

3.)     Bei Durchblutungsstörungen (z.B. bei Diabetes)         

4.)     Als starkes Antioxidant durch Zellschutz gegen Freie Radikale   Beschreibung der einzelnen Bestandteile in VISO-BON:   Heidelbeer-Extrakt kann durch seinen hohen Flavonoidgehalt (standardisiert auf 25 % Anthocyan-Gehalt) hilfreich sein, sowohl zur besserenDurchblutung des Auges als auch zum Schutz der Makula, um so die Sehkraft zu verbessern. Heidelbeer-Extrakt ist ein starkes Antioxidant, das einen natürlichen Zellschutz bietet, der durch Freie Radikalezerstört werden kann.

FreieRadikale können so die Sehkraft des Auges schädigen (Makula-Degeneration), was zum Nachlassen oder gar Verlust der Sehkraft führen kann. Lutein wird aus grünen Pflanzen   sowie Karotten oder Tomaten gewonnen und ist ein besonders starkes Carotinoid, welches speziell im Augenbereich helfen kann, die Sehkraft entscheidend zu verbessern. Lutein hat besonders starke antioxidative Eigenschaften, die helfen können, die Zellen des Auges vor Schaden durch Freie Radikale zu bewahren.   

Dosierungsvorschlag : morgens und abends je 1 Kapsel nach dem Essen mit etwas Flüssigkeit einnehmen.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns. Durch diese Vorgänge erhalten die Nervenzellen im Gehirn zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und gehen zugrunde. Andere Begriffe für einen Schlaganfall sind Apoplexie, Hirninsult oder Hirninfarkt. Wie entsteht ein Schlaganfall? Der Schlaganfall kann verursacht sein durch:

  • eine Mangeldurchblutung (Ischämie), weil ein zum Gehirn führendes Blutgefäß plötzlich verstopft wird,
  • oder eine Blutung durch den plötzlichen Riß eines Blutgefäßes.

  Eine umschriebene Minderdurchblutung (Ischämie) des Gehirns ist bei weitem die häufigste Ursache eines Schlaganfalls. Sie kann auf verschiedenen Wegen zustande kommen.    

  • Durch eine Thrombose : dabei verschließt sich eine Arterie durch einen Blutpfropf, einen Thrombus, der sich in einem größeren oder kleineren Blutgefäß des Gehirns gebildet hat. Solche Gefäßverschlüsse entstehen meist nicht in gesunden Hirngefäßen, sondern in solchen, deren Wand durch eine Arteriosklerose, das heißt durch Kalk- und Fettablagerungen, bereits geschädigt ist.
  • Durch eine Embolie: Ausgangspunkt sind Blutgerinnsel, die sich im Herzen oder in den großen, zum Gehirn führenden Gefäßen, z.B. der Halsschlagader, gebildet haben. Von einem solchen Blutgerinnsel können sich Teile lösen, die durch den Blutstrom in das Gehirn gelangen und dort ein wichtiges Blutgefäß verschließen.

    Durch Platzen eines Blutgefäßes (Blutung oder Hämorrhagie) entstehen etwa 15% der Schlaganfälle. Dabei ergießt sich Blut in das Hirngewebe.   Symptome für einen drohenden Schlaganfall Etwa jeder dritte Schlaganfall kündigt sich zuvor durch flüchtige Durchblutungsstörungen des Gehirns an, sogenannte transistorische ischämische Attacken (TIA). Die transistorischen ischämischen Attacken dauern nur wenige Minuten, allenfalls einige Stunden. Sie sind Warnzeichen für einen Schlaganfall, der in absehbarer Zeit drohen kann. Sie sollten sofort einen Arzt aufsuchen, wenn eines der folgenden typischen Warnzeichen auftritt:

  • plötzliche Schwäche oder Gefühlsstörungen einer Körperseite, besonders des Gesichtes oder des Armes
  • ein plötzlicher Verlust der Sprechfähigkeit oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen
  • eine plötzliche Sehstörung, vor allem, wenn sie nur auf einem Auge auftritt
  • erstmalig und plötzlich auftretende sehr heftige Kopfschmerzen, vorübergehende Doppelbilder
  • plötzlich einsetzender Schwindel mit Gangunsicherheit

Viele der genannten Warnzeichen können auch Symptome anderer Erkrankungen sein. So ist zum Beispiel ein isolierter Schwindel oft nicht Ausdruck einer flüchtigen Durchblutungsstörung, sondern hat eine andere Ursache. In jedem Fall sollte jedoch sofort ein Arzt aufgesucht werden, wenn die beschriebenen Symptome auftreten, damit weitere Untersuchungen und gegebenenfalls Vorbeugemaßnahmen eingeleitet werden können. Die sofortige Benachrichtigung des Arztes ist schon deshalb notwendig, weil zu Beginn der Ausfallerscheinungen nicht absehbar ist, ob sie flüchtig sein werden, oder ob sich ein Schlaganfall mit bleibenden Symptomen entwickelt.

Die Überlebenschance und die Minimierung bleibender neurologischer Ausfälle hängen wesentlich von der medizinischen Behandlung in den ersten Stunden nach dem Schlaganfall ab. Je früher die Behandlung einsetzt, desto günstiger ist der Heilungsverlauf.   Therapie Um den Schaden, den ein Schlaganfall im Gehirn verursacht zu verringern und die Chancen auf eine komplette Wiederherstellung der Hirnfunktionen zu verbessern, ist es notwendig, daß die Diagnostik und Therapie so früh wie möglich beginnt. Die Möglichkeiten der Behandlung hängen von der Art des Schlaganfalles ab.

Der behandelnde Arzt muß die Behandlung individuell auf den Patienten abstimmen. Folgende Therapiegrundsätze werden dabei beachtet: Zur Akutbehandlung des Schlaganfalls kann neben einer internistischen Basistherapie eine intensivmedizinische Behandlung angezeigt sein, die vier Therapiegrundsätze verfolgt:

  • Vitalfunktionen

Die Atmung sollte einen ausreichenden Sauerstoffgehalt im Blut garantieren und der Blutdruck, sowie der Blutzucker weder zu hoch noch zu niedrig eingestellt sein. Die Körpertemperatur sollte mit Wadenwickeln oder Medikamenten gesenkt werden, wenn der Patient Fieber bekommt.

  • Wiedereröffnung von Gefäßverschlüssen

Wenn der Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel verursacht ist, welches ein Blutgefäß verstopft, kann dieses Gerinnsel in einigen Fällen mit einem Medikament aufgelöst werden. Das Medikament wird über ein Blutgefäß in den Blutstrom gespritzt. Allerdings kann diese Behandlung nur innerhalb der ersten drei Stunden nach Eintritt des Schlaganfalles angewendet werden. Sind mehr als drei Stunden vergangen, ist diese Behandlung nur noch in ausgewählten Fällen möglich. Außerdem ist die Behandlung hochspezialisierten Kliniken wie z. B. Universitätskliniken vorbehalten.

  • Vermeidung eines erneuten Schlaganfalles

Ein Patient, der einen Schlaganfall erlitten hat, hat ein erhöhtes Risiko erneut einen Schlaganfall zu erleiden. Auch wenn der erste Schlaganfall nur gering war, kann die Schädigung durch einen folgenden Schlaganfall groß sein. Deshalb ist eine gründliche Untersuchung immer angeraten, um die möglichen Ursachen des Schlaganfalles herauszufinden. Manchmal wird der behandelnde Arzt dann ein Medikament empfehlen, das blutverdünnend wirkt, um einem weiteren Schlaganfall vorzubeugen.

  • Verringerung von Folgeschäden

Wenn das Gehirn infolge eines Schlaganfalls anschwillt und durch den Schädelknochen in dieser Schwellung behindert wird, kann es notwendig werden, ein Stück Knochen zu entfernen, um dem Gehirn Platz und Raum für eine weitere Ausdehnung zu geben. Der Knochen kann später wieder eingepflanzt werden. Manchmal können Patienten nach einem Schlaganfall auch Krampfanfälle bekommen, die schnell behandelt werden sollten. Es gibt Krankenhäuser, die sich auf die Behandlung von Schlaganfällen spezialisiert haben. Diese haben meist eine sogenannte Stroke-Unit, eine Schlaganfall-Station. Gründe, einen Patienten auf eine Stroke-Unit aufzunehmen sind:

  • ein frischer Schlaganfall, der weniger als 24 h zurückliegt,
  • eine zunehmende Verschlechterung des Zustandes des Patienten
  • instabile Vitalparameter mit Störungen des Blutdruckes, Herzrhythmus, der Körpertemperatur oder des Blutzuckerspiegels
  • die Möglichkeit eine Wiedereröffnung eines Gefäßverschlusses durchzuführen

Patienten, die so schwer betroffen sind, daß sie in ein Koma fallen oder beatmet werden müssen, sollten nicht auf einer Stroke-Unit, sondern auf einer Intensivstation behandelt werden.

Herzinfarkt Zusammenfassung

Unter einem Herzinfarkt versteht man einen irreversiblen Schaden des Herzmuskels durch Sauerstoffmangel bei dem Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße. Die Risikofaktoren entsprechen dabei jenen der koronaren Herzkrankheit, also vor allem erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus, Rauchen oder Stress. Typisch ist der anhaltende heftige Brustschmerz mit Ausstrahlung in den linken Arm und einem starken Vernichtungsgefühl. Die Beschwerden können aber auch geringer sein oder sogar fehlen (stummer Infarkt). Eine rasche Verständigung des Notarztes und ein schneller Transport ins Krankenhaus sind entscheidend. Innerhalb weniger Stunden kann durch eine Lysetherapie oder eine Dehnung des Gefäßes mittels eines Herzkatheters der Untergang von Herzmuskelzellen noch verhindert werden. Zur Diagnose führen neben den typischen Symptomen das EKG und die Bestimmung der Herzenzyme im Blut. Wegen der möglichen Komplikationen ist eine intensivmedizinische Überwachung im Krankenhaus in jedem Fall notwendig. Prophylaktisch sollten alle möglichen Risikofaktoren ausgeschlossen werden. Die Behandlung eventueller Grundkrankheiten sollte sich anschließen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass ca. 50% aller Herzinfarkte nicht überlebt werden. Nach einer Mitteilung der Techniker Krankenkasse Hamburg verstarben in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2000 rund 67.000 Menschen an einem Herzinfarkt, im Jahr 1999 waren es dagegen noch 77.000.

Allgemeines

Als Herzinfarkt wird der Untergang von Herzmuskelgewebe nach einem plötzlich auftretenden kompletten Verschluss einer oder mehrerer Koronararterien bezeichnet. Gelegentlich kann auch eine nicht totale Stenose, d.h. eine nur unvollständige Verengung einer Koronararterie, zum Infarkt führen. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle liegt dem Koronargefäßverschluss eine höhergradige Stenose mit Ausbildung einer Thrombose zugrunde, wobei die Thrombose in der Regel durch die Ruptur arteriosklerotischer Gefäßablagerungen verursacht wird. Man unterscheidet einen Vorderwand-, Hinterwand- und Seitenwandinfarkt, einen Scheidewandinfarkt (=Septuminfarkt) sowie Kombinationsinfarkte. Die Infarkte mit der schlechtesten Prognose sind Vorderwand- und Scheidewandinfarkte. Wird ein drohender Infarkt festgestellt, muss so schnell wie möglich und zwar innerhalb weniger Stunden eine Therapie erfolgen, ansonsten entstehen irreparable Schäden in der mit Blut unterversorgten Herzregion. Etwa 50% aller Herzinfarkte in den westlichen Industrienationen werden nicht überlebt, im Krankenhaus allerdings versterben nur noch zwischen 4-12% der Patienten. 

Anatomie  

Zur Veranschaulichung der anatomischen Lage des Herzens empfehlen wir Ihnen unseren Atlas der Anatomie mit einer Darstellung der wichtigsten inneren Organe. Das menschliche Herz wird von der linken und rechten Herzkranzarterie versorgt; diese werden als Koronararterien bezeichnet. Die linke Herzkranzarterie (= Arteria coronaria sinistra) versorgt den vorderen Bereich des Herzens, die rechte (= Arteria coronaria dextra) den hinteren. Die linke Herzkranzarterie verzweigt sich wenige Zentimeter nach ihrem Abgang aus der Aorta in zwei Äste, den so genannten Ramus circumflexus, der insbesondere die linke Herzkammer versorgt, sowie den Ramus interventricularis anterior, der insbesondere die Scheidewand und, wenn auch weniger, die linke Herzkammer versorgt. Die Herzkranzarterien bilden, wie alle Arterien, Abzweigungen und Verästelungen bis hin zu den Kapillaren, welche über den Herzmuskel ziehen und diesen u.a. mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Außerdem helfen sie, CO2 und andere Stoffwechselprodukte abzutransportieren. Aufgrund von arteriosklerotischen Ablagerungen an den Wänden der Arterien - laienhaft als Verkalkung bezeichnet - reicht der Blutfluss oft nur noch unzureichend dafür aus, den Herzmuskel mit Blut und mit Sauerstoff zu versorgen. Sollte sich das Gefäß völlig verschließen, ist, wie erwähnt, ein Herzinfarkt die Folge. Der Prozess der Verkalkung ist ein komplexer Prozess, bei dem eine Reihe verschiedener Faktoren, sicherlich auch erblich bedingte, eine Rolle spielen.

Nach dem Gesetz von Hagen-Poiseuille, das für laminare (=nicht turbulente) Strömungen gilt, verringert sich der Blutfluss mit der vierten Potenz in Abhängigkeit vom Gefäßradius. Wird ein starres Gefäß z.B. um 50% verengt, so sinkt der Blutfluss daher auf ein Sechzehntel. Da die Koronararterien nicht starr sind und in ihnen auch keine laminare Strömung herrscht, gilt dieses Gesetz nur als grobe Annäherung an die wahren Verhältnisse, zeigt aber die Dramatik starker Verengungen. Symptome Ein Infarkt kündigt sich häufig schon frühzeitig an. Viele der Infarktpatienten in Deutschland waren bereits wegen Herzbeschwerden in Behandlung oder standen unter ärztlicher Aufsicht und viele hatten bereits Herzkatheterdilatationen oder gar Bypassoperationen hinter sich. Bei rund 20% der Patienten, meist ältere Personen oder Diabetiker, verläuft ein Infarkt "still", d. h., die betroffenen Menschen bemerken ihn nicht.Leitsymptom des akuten Herzinfarktes sind heftige retrosternale Schmerzen, die stärker als bei der Angina pectoris sind, länger anhalten und sich nicht durch die Gabe von Glyceroltrinitrat bessern (wichtige Unterscheidung zum Angina-pectoris-Anfall !).

Die Patienten sind sehr unruhig, häufig klagen sie über Übelkeit, viele berichten über ein Vernichtungsgefühl. Der Patient ist blass, ängstlich und versucht, die Schmerzen durch Bewegung zu lindern, wohingegen Patienten im Angina-pectoris-Anfall sich ruhig verhalten, da sie befürchten, die Beschwerden durch körperliche Anstrengung zu verstärken. 

Risikofaktoren

Die Risikofaktoren sind dieselben wie bei der Koronaren Herzerkrankung:

  • Rauchen
  • Cholesterinerhöhung im Blut
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Übergewicht
  • Stress
  • Bewegungsmangel
  • erbliche Faktoren
  • und in der Diskussion: Bakterien aus der Gruppe der Chlamydien

Diagnose

Ein Infarkt kann die Betroffenen im Schlaf, beim Jogging oder bei irgendeiner "normalen" Tätigkeit ereilen. Oft treten Infarkte in den sehr frühen Morgenstunden auf. Dabei gehen oft eine Brustenge, Schmerzen in der linken Schulter, im linken Arm, Rückenschmerzen, Halsschmerzen bis zum Unterkiefer, sowie manchmal auch Bauchschmerzen und/oder Übelkeit oder Unwohlsein einem Infarkt voraus. Ein Infarkt lässt sich in erster Linie klinisch, d.h. anhand der vorliegenden Symptome, diagnostizieren. Von entscheidender diagnostischer Bedeutung ist daneben das EKG. Hier finden sich beispielsweise Hinweise auf die Lokalisation des Infarktes (Vorderwand, Hinterwand) und darauf, ob ein akuter Infarkt vorliegt oder vielleicht ein Infarktereignis bereits längere Zeit zurückliegt. Aus dem untergegangenen Herzmuskelgewebe werden Enzyme freigesetzt, die im Blut nachgewiesen werden können (Enzymdiagnostik). Die Kreatinkinase (CK) ist ein unspezifisches Enzym, das vor allem in den Muskeln und im Gehirn vorkommt. Im Herzmuskel existiert eine spezifische Art der Kreatinkinase (CKMB). Wenn Zellen des Herzmuskels zum Beispiel nach einem Infarkt absterben, wird dieses Enzym vermehrt freigesetzt und ist im Blut erhöht nachweisbar. Beträgt der Anteil der CKMB mehr als 10% der gesamten CK, geht man von einem abgelaufenen Infarkt aus. Auch dieser Parameter darf aber nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik betrachtet werden. Mit Hilfe eines besonders schnellen CT-Gerätes, dem so genannten EBT (Electron Beam Tomography), lassen sich mittlerweile Kalkablagerungen in den Koronargefäßen ohne einen Eingriff darstellen. Diese Untersuchungsmethode wird in der Regel bei dem Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung durchgeführt, kann aber auch zur Ergänzung der klassischen Untersuchungen bei einem Herzinfarkt vorgenommen werden, z.B. vor einer Bypass-Operation oder einer Angioplastie. Diese Untersuchung wird zur Zeit nur an wenigen Zentren durchgeführt und befindet sich teilweise noch in der klinischen Erprobung. 

Therapie

Bei einem Infarkt bildet sich zugrunde gegangenes Herzmuskelgewebe bindegewebsartig um und leistet keinerlei Beitrag mehr zur Pumpleistung des Herzens. Dieses Gewebe lässt sich mit keiner Therapie wieder in funktionsfähiges Muskelgewebe umwandeln. Es ist dauerhaft geschädigt. An diesen Bereichen kann es u.a. zu Störungen der elektrischen Reizausbreitung kommen, bis hin zu schweren Herzrhythmusstörungen. Außerdem kann es an diesen so geschädigten Bereichen zu Aussackungen (Aneurysmen) mit lebensbedrohenden Folgen kommen, z.B. einer Ruptur oder der Entstehung von Thromben. Lösen sich diese Thromben, können sie z.B. im Gehirn zu einem Schlaganfall führen. Man kann und muss die Behandlung des akuten Herzinfarktes in verschiedene Phasen einteilen. So gibt es Sofortmaßnahmen, die beim Auftreten des Infarktes ergriffen werden können und Therapiemaßnahmen, die durch die spätere ärztliche Versorgung in der Klinik erfolgen müssen. Zu den Sofortmaßnahmen zählen u.a., den Betroffenen in eine möglichst beschwerdefreie Lage zu bringen (hinlegen oder hinsetzen) und dafür zu sorgen, dass er gut durchatmen kann. Danach sollte der ärztliche Notdienst angefordert werden. Der Notarzt ist dann nach Einschätzung der Situation in der Lage, mit der Schmerz- und Angstbekämpfung zu beginnen (Opiate und Diazepam). Durch ihn kann der Transport in ein dafür vorgesehenes Krankenhaus erfolgen, in dem eine Überwachung auf der Intensivstation für mindestens 2-3 Tage erfolgt. In diesem Krankenhaus erhält der Patient einen zentralen Zugang (Katheter) und über eine Nasensonde Sauerstoff, um die Sauerstoffaufnahme zu verbessern. Über den zentralen Venenkatheter (ZVK) bekommt der Patient blutverdünnende Medikamente (Heparin) und es wird der Blutdruck eingestellt (oft durch Nitrate). In der Frühphase eines Infarkt kann im Krankenhaus mit der Therapie begonnen werden. Dazu zählen vor allem die Thrombolyse und die Ballondilatation. Diese Form der Wiederherstellung der Durchblutung ist nur in den ersten Stunden möglich. Tritt eine Stabilisierung im Krankenhaus ein, sollten diagnostische Untersuchungen folgen, die für weitere Therapiemaßnahmen notwendig sind (Herzkatheter). In jedem Fall sollte die medikamentöse Einstellung auf die neue Lebenssituation erfolgen (Heparin, ASS, evtl. ß-Blocker). Auch der Patient wird dann angehalten, sich der neuen Situation anzupassen und eventuell vorhandene Risikofaktoren aus seinem Leben zu eliminieren. 

Komplikationen

Die Komplikationen, die in der Folge eines Herzinfarktes auftreten können, sollen hier der Vollständigkeit wegen kurz aufgeführt werden. Sie sind für die Mehrzahl der Todesfälle ursächlich verantwortlich:

  • Herzrhythmusstörungen
  • kardiogener Schock
  • Papillarmuskelabriss
  • Herzruptur
  • Herzklappeninsuffizienz (meist der Mitralklappe)
  • Aneurysmabildung
  • Thrombosen/Embolien

Letalität

Trotz in der Regel hervorragender medizinischer Betreuung werden in den westlichen Industrienationen rund 50 % aller Herzinfarkte in den ersten Stunden bzw. Tagen nicht überlebt. Die Haupttodesursache sind nicht beherrschbare Rhythmusstörungen und eine fortschreitende Herzinsuffizienz. In einem Krankenhaus dagegen beträgt die Sterblichkeit nur etwa 4-12%. Wie oben erwähnt, verstarben entsprechend einer Mitteilung der Techniker Krankenkasse Hamburg in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2000 rund 67.000 Menschen an einem Herzinfarkt, im Jahr 1999 waren es dagegen noch 77.000. Prognose Mehr als die Hälfte der Todesfälle ereignen sich noch vor der stationären Aufnahme. Seit Einführung einer intensivmedizinischen Betreuung hat sich Sterblichkeitsrate während des Krankenhausaufenthaltes von früher ca. 30% auf etwa 4-12% reduziert. Sofern ein Herzinfarkt-Patient die ersten Tage überlebt, sind die Prognosen relativ gut. Nach einem Jahr leben von den Patienten, die die ersten Tage nach einem Infarkt überlebt haben, noch ca. 80 %. Die schlechteste Prognose haben dabei Patienten mit Vorderwand- und Septuminfarkten.

Prophylaxe

Als Vorbeugung sind eine vernünftige Ernährung, viel Bewegung, kontrollierter Sport, ein möglichst stressfreies Leben sowie regelmäßige Untersuchungen, z.B. mit Hilfe eines Belastungs-EKG zu empfehlen. Bei der Ernährung ist besonders darauf zu achten, möglichst wenig tierische Fetteund wenig zuckerhaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Stattdessen sind Obst und Gemüse, und da vor allem Ananas und Mangofrüchte, sehr empfehlenswert. Obstsäfte oder Gemüsesäfte sollten anstelle von Coca Cola getrunken werden und es sollte möglichst kein fast food verzehrt werden. Als sportliche Aktivitäten haben sich ganz besonders Skilanglauf, leichtes Jogging, Fahrradfahren und längere Spaziergänge als sinnvoll erwiesen. Risikopatienten wie Raucher, Diabetiker, Bluthochdruckpatienten, stark Übergewichtige oder Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten sollten unbedingt regelmäßig einen Arzt aufsuchen. Auch die Einnahme von ca. 0,4 mg Folsäure täglich wird empfohlen.

Fußpilz? Was dann? 

Fußpilz kann jeden befallen, und fast jeder Dritte hat sich auch schon mal mit diesen Hautschma­rotzern herumschlagen müssen. Vielen ist das Thema peinlich, doch der eigenen Gesundheit wegen und um eine Ansteckung anderer zu vermeiden, sollte immer umgehend etwas dagegen unternommen werden. Die meisten Betroffenen suchen mit ihrem Pilzproblem zunächst Rat in der Apotheke, und mit den heute verfügbaren lokalen Therapeutika ist eine effektive Fußpilz-Eigenbehandlung in den meisten Fällen auch gut möglich.

Bei der Beratung ist sowohl was Präparate­auswahl und Anwendungsdauer angeht, als auch hinsichtlich beglei­tender Therapiehinweise pharma­zeutischer Sachverstand gefragt. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass fast ein Drittel der Deutschen auf verpilztem Fuß lebt. Damit gehören Fuß­pilz-Erkrankungen zahlenmäßig zu den häufigsten Infektionen über­haupt. Alarmierend, denn Fußpilz (Tinea pedis) ist nicht nur ansteckend und lästig, sondern kann auch chronifizieren und zu Folgeerkrankungen wie Nagelpilz (Onychomykosen) oder Wundrose (Erysipel) führen. Diabeti­ker, Neurodermitiker, Patienten mit Durchblutungsstörungen bzw. Gefäßerkrankungen oder ältere Menschen sind für Fußpilz besonders anfällig. Aber auch Sportler haben es in Unter­suchungen schon auf einen Pilzbefall von bis zu 70% gebracht. Im Engli­schen wird der Begriff ?athlete's foot" daher inzwischen als Synonym für Fußpilz verwendet.   

Typische Symptome

Für Fußpilz sind in der Regel so ge­nannte Dermatophyten verantwort­lich. Dabei handelt es sich um allge­genwärtige Fadenpilze, die auf das Verdauen von keratinhaltigem Gewe­be spezialisiert sind und daher eine Vorliebe für stark verhornende Haut­areale wie Füße oder Hände haben. Schleimhäute befallen sie - im Ge­gensatz zu Hefepilzen wie Candida - dagegen so gut wie nie. Fußpilz beginnt typischerweise in den Zehenzwi­schenräumen, denn hier finden die Pilze das für sie günstige feucht­warme Klima. Auf­gequollene oder verletzte Haut öff­net ihnen zusätzlich Tür und Tor. Von den Zehenzwi­schenräumen aus kann sich die Infek­tion dann auf Fußsohle und -rücken oder auch auf andere Hautareale aus­breiten. Fußpilz äußert sich charakteristi­scherweise mit entzündeten, schup­penden, juckenden oder brennenden Hautveränderungen. Unter den Ze­hen und an der Fußsohle bilden sich manchmal auch Pusteln oder Bläschen. Diese lokalen Symptome sind nicht nur unästhetisch, sondern für die Betroffenen oft auch mit Be­schwerden und einem erheblichen Leidensdruck verbunden. Außerdem sollte man bedenken: Jeder Fußpilz­träger - viele wissen ja selber lange gar nichts davon - verliert barfuß pro Schritt ca. 50 Hautschüppchen, die potenziell anste­ckend sind!  

Wo Pilze überall lauern

Ansteckungsgefahr für Fußpilz besteht überall dort, wo Menschen barfuß unterwegs sind, z.B. in Schwimm­bädern, Saunen, Umkleidekabinen, Fitnessstudios und Hotelzimmern. Fußdesinfektionsanlagen bieten kei­nen zuverlässigen Schutz, da die Wirk­stoffkonzentration oft zu gering und die Einwirkdauer meist zu kurz ist. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass die größte Ansteckungsgefahr jedoch zu Hause lauert: Hier läuft man besonders häufig barfuß, und nicht sel­ten werden Handtücher, Badematten, Bettwäsche oder gar Kleidung gemein­sam benutzt. Einmal eingeschleppte Fußpilzerreger können im Teppichbo­den oder auf anderen Textilien insbe­sondere in Form ihrer Sporen wo­chenlang überdau­ern und warten dort geduldig auf ihr nächstes Opfer.  

Mehrwöchige Geduldsprobe

Die Imidazol-Derivate, kurz Azole, stellen heute in der Fußpilz-Selbstmedikation die zahlen­mäßig stärkste Gruppe der Lokalantimykotika dar. Neben dem Prototyp Clotrimazol (z.B. Canesten®, Canifug®, Gilt®, Cutistad®, Fungizid-ratiopharm®) stehen inzwischen rund ein Dutzend weitere Azol-Wirkstoffe zur Verfügung, die ebenfalls alle die En­dung ,,-azol" tragen wie z.B.: Bifona-ol (Canesten® extra, Mykospor®), Econazol (Epi-Pevaryl®), Ketoconazol (Nizoral®), Miconazol (Daktar®, Fun-gur®,   Vobamyk®),    Oxiconazol   (My- fungar®), Sertoconazol (Zalain®, Mykosert®). Azole haben ein breites Wirkspektrum gegen Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze und besitzen sogar einen gewissen antibakteriellen Effekt. Ihr Wirkmechanismus beruht in erster Linie auf einer Synthese-Hemmung des Ergosterols, das einen essenziellen Bestandteil der Pilzzellmembran dar­stellt. Nebenwirkungen treten bei topi­scher Azol-Anwendung nur sehr selten und allenfalls in Form lokaler Haut­reaktionen auf. Über Resistenzentwick­lungen ist bisher nichts bekannt ge­worden.

Während Clotrimazol-Präparate in der Regel zwei- bis dreimal täglich auf die erkrankten Hautpartien aufge­tragen werden müssen, erleich­tern manche ande­ren Azole wie z.B. Bifonazol mit ihrer patientenfreundlichen Einmalapplika­tion die Therapie. So müssen Bifonazol-haltige Präparate wie z.B. Canes­ten® extra nur noch einmal täglich aufgetragen werden, weil das lipophile Bifonazol bereits eine Stunde nach dem Auftragen schon so fest an der Haut haftet, dass es selbst beim Waschen nicht mehr herausgelöst wird. Eine Fußpilz-Behandlung mit Azolen erstreckt sich über 2 bis 4 Wochen - Geduld ist also angesagt. Doch ca. ein Viertel der Patienten bricht mit dem Abklingen der Symptome schon nach der ersten Woche die Behandlung ab. Ein Teil der Erreger ist dann noch am Leben und kann sich in der noch nicht vollständig regenerierten Haut erneut ausbreiten - es kommt zum Rezidiv. Daher wird in vielen Beipack­zetteln empfohlen, die Anwendung nach Abklingen der Symptome noch 2 Wochen konsequent fortzuführen. Dies sollte in der Beratung auf jeden Fall zur Sprache kommen, denn vor­zeitiges Absetzen des Lokalantimykotikums ist der häufigste Grund für Therapie versagen!   

Welcher Fußpilz muss zum Arzt?

Bei der Beratung von Fußpilz-Geplagten sollte man in der Apotheke stets auch die Grenzen der Selbstmedikation im Auge be­halten. Diese sind erreicht, wenn:

- die Beschwerden immer wieder auftreten

- sich offene Hautstellen bilden

- auch die Nägel befallen sind

- sich mit der Selbstmedikation nach etwa einer Woche noch keine Besserung einge­stellt hat

- Begleiterkrankungen wie Diabetes, Immunschwäche oder andere Haut­erkrankungen bestehen

- große Hautflächen befallen sind. 

Erfolgreiche Kurztherapie

Eine weitere praxisrelevante Antimykotika-Gruppe stellen die Allylamine mit den beiden wichtigsten Vertretern Naftifin (z.B. Exoderil®) und Terbinafin (Lamisil®) dar. Sie greifen wie die Azole in die Ergosterol-Biosynthese ein, je­doch an anderer Stelle (Squalenperoxidase-Hemmer). Ihr Wirkspektrum soll verglichen mit den Azolen etwas schmaler, die Wirkstärke aber mindes­tens so gut sein.

Ein wichtiger Vorteil für die Praxis: Ter­binafin ist in Form von Creme und Spray bei einmal täglicher Anwendung zur einwöchigen Kurzzeittherapie zu­gelassen. Klinische Studien konnten zeigen, dass die siebentägige Terbinafin-Behandlung bei Fußpilz zwischen den Zehen wirksamer ist als eine vierwöchige Therapie mit Clotrimazol. Hintergrund ist, dass Terbinafin in der Haut einen Depoteffekt entfaltet. Es reichert sich in der Hornschicht an und ist dort eine Woche nach Therapieabschluss in antimykotisch wirksa­mer Konzentration noch nachweisbar. Auch das Morpholin-Derivat Amorolfin (Loceryl®) stehen in rezept­freien Darreichungsformen für die Fußpilz-Selbstmedikation zur Verfü­gung. Zwar müssen auch diese Präpa­rate nur ein-, maximal zweimal täglich aufgetragen werden, jedoch ist wie mit den Azolen eine Behandlung über mehrere Wochen notwendig. 

Nicht mehr Mittel der Wahl

Die früher bei Fußpilz häufig einge­setzten Lösungen mit Gentianaviolett, Fuchsin, Eosin, Resorcin, Kaliumpermanganat, Aluminiumchlorid oder Solutio Castellani besitzen zwar ein breites Wirkspektrum, haben sich aber bei Fußpilz als wenig effektiv er­wiesen. Sie werden daher kaum mehr, allenfalls noch adjuvant oder zur Ver­meidung bakterieller Superinfektionen eingesetzt. Nystatin, das bei Hefepilzinfektionen wie z.B. Candida-Mykosen ein sehr wirksames Topikum darstellt, ist bei Fußpilzbefall wenig hilfreich, da es aufgrund seines schmalen Wirkspekt­rums den Dermatophyten als Hauptverursachern von Fußpilzerkrankun­gen nichts anhaben kann.   

Creme, Gel, Spray oder Puder?

Bevor ein Lokalantimykotikum aufge­tragen wird, sollten die Füße gewa­schen und gründlich - vor allem zwi­schen den Zehen - abgetrocknet wer­den. Anschließend werden die Zube­reitungen auf die verpilzten Hautstel­len und auf die angrenzenden Areale dünn aufgetragen und gegebenenfalls leicht einmassiert. Bei einmal täglich anzuwendenden Präparaten führt man dies am besten abends durch. In Form von Cremes entfalten die antimykotischen Präparate gleichzei­tig einen hautpflegenden Effekt. Sie unterstützen die Regeneration der trockenen, geschädigten Haut und lassen sich auch in die Hautfalten zwischen den Zehen einbringen. Aus Cremes können die Wirkstoffe außer­dem gut in die Haut penetrieren. Gleiches gilt für die seit kurzem ver­fügbare Gelform, die mit ihrem ange­nehmen Kühleffekt darüber hinaus noch den Juckreiz lindert. Stark fett­haltige Salben verhindern dagegen die Abdunstung der Haut und sind vor allem bei nässenden Herden nicht geeignet. Viele Patienten kommen mit einer flüssigen Formulierung in Spray­form am besten zurecht ? Vor allem wenn die Pilzekzeme an den Füßen nur mit Verrenkungen er­reichbar sind. Puder sollten nur bei nässenden, sehr oberflächlichen Pilzinfektionen eingesetzt werden. Sie empfehlen sich jedoch zur Nachbehandlung scheinbar abgeheilter Herde und sind darüber hinaus ein guter Er­gänzungsverkauf, um die Therapie durch Einstäuben von Strümpfen und Schuhen zu unterstützen.