Geschlechtskrankheiten

Die wichtigsten sexuell übertragbaren Krankheiten auf einen Blick

Krankheit Erreger Zeit bis Ausbruch Behandlung Info
Syphilis Bakterien (Treponema pallidum) 3 Wochen Antibiotika vollständige Heilung bei rechtzeitiger Behandlung
Gonorrhöe Bakterien (Neisseria gonorrhöeae) wenige Tage Antibiotika vollständige Heilung bei rechtzeitiger Behandlung
Ulcus molle Bakterien (Haemophilus ducreyi) einige Tage Antibiotika vollständige Heilung bei rechtzeitiger Behandlung
Lymphogranuloma inguinale Bakterien (spez. Stämme Chlamydia trachomatis) einige Tage Antibiotika vollständige Heilung bei rechtzeitiger Behandlung
Chlamydien- Infektionen Bakterien (Chlamydia trachomatis) einige Tage Antibiotika vollständige Heilung bei rechtzeitiger Behandlung
HIV-Infektion/Aids Viren (HIV œ HIV-Test positiv innerhalb 2 bis 6 Wochen, höchstens 3 Monaten) etwa 12 Jahre antiretrovirale Medikamente nicht heilbar, Virus bleibt im Körper lebens- verlängernde und lindernde Behandlung möglich
Hepatitis B/C Viren (HBV/HCV) einige Wochen bis Monate symptomatisch, antivirale Medikamente meistens spontane Heilung, antivirale Behandlung möglich, prophylaktische Impfung gegen HBV
Herpes genitalis Viren (Herpes simplex Virus 2) einige Tage symptomatisch teilweise Heilung, Virus kann im Körper verbleiben
Genitale Warzen Viren (Papillomaviren) 4 Wochen chirurgisch Heilung möglich, erhöhtes Muttermundkrebsrisiko
Trichomoniasis Parasiten (Trichomonas vaginalis) einige Tage antiparasitäre Mittel vollständige Heilung möglich
Pilzinfektionen Hefepilze (v.a. Candida albicans) einige Tage Antimykotika vollständige Heilung möglich
Filzläuse Insekten (Phthirus pubis) einige Tage antiparasitäre Mittel vollständige Heilung möglich
Krätze (Scabies) Milben (Sarcoptes scabiei) oft mehrere Wochen antiparasitäre Mittel vollständige Heilung möglich

Das Wichtigste über Geschlechtskrankheiten

Allgemeines

Sexuell übertragbare Krankheiten, Geschlechtskrankheiten, abgekürzt auch STD (aus dem Englischen: Sexually Transmitted Diseases) genannt, gehören zu den Infektionskrankheiten. Darunter fallen mehr als 20 Krankheiten, die von Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten verursacht werden. Das Gemeinsame an den STD ist, dass sie hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Unterschiedlich hingegen sind die Ansteckungsfähigkeit der Erreger, der Krankheitsverlauf sowie die therapeutischen Möglichkeiten respektive ihre Prävention. 

Die «klassischen» Geschlechtskrankheiten

(z.B. Syphilis, Gonorrhöe) haben ihren Schrecken verloren, seit sie mit Antibiotika behandelbar sind. Gegen die Hepatitis B, eine ernsthafte, ebenfalls sexuell übertragbare Erkrankung, gibt es seit längerem eine Schutzimpfung. Die heute am meisten gefürchtete STD ist Aids , weil gegen diese Krankheit weder ein heilendes Medikament noch eine Schutzimpfung zur Verfügung stehen. 

Weltweit erkranken pro Jahr schätzungsweise 330 Mio. Menschen an einer Geschlechtskrankheit. Am weitesten verbreitet sind Trichomonaden mit 120 Mio ., gefolgt von Chlamydien mit 50 Mio . und Gonorrhöe mit 25 Mio. Erkrankten. Die Zahl der HIV-Infizierten wird heute auf 42 Mio. geschätzt .   Die Ansteckung mit einer STD erfolgt überwiegend beim Geschlechtsverkehr durch direkten Kontakt von infizierten Körperflüssigkeiten (wie Samen- und Scheidenflüssigkeit) mit Schleimhaut. Die meisten Geschlechtskrankheiten, insbesondere Herpesinfektionen, können ebenso beim Oralverkehr, Küssen oder Petting (durch direkten Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten) übertragen werden. Eine Ansteckung kann aber auch von der infizierten Mutter auf das ungeborene Kind bzw. das Neugeborene erfolgen. Einige Geschlechtskrankheiten (Hepatitis B/C, Aids und Syphilis) können auch über Blut durch infizierte Blutkonserven bzw. Blutprodukte oder durch Spritzentausch bei Drogensüchtigen übertragen werden. Eine indirekte Ansteckung über Handtücher, Toilettenartikel u.ä. ist bei einigen Erregern möglich, jedoch extrem selten. Eine Übertragung durch Tröpfchen (z.B. Husten, Niesen) ist nicht möglich. Im alltäglichen sozialen Kontakt (Haushalt, Arbeitsplatz, Reisen u.ä.) ist eine Ansteckung mit einer STD bei Einhaltung der üblichen Hygieneregeln ausgeschlossen. Die meisten STD (wichtigste Ausnahmen: Hepatitis B und Aids) machen sich zunächst am Eintrittsort bemerkbar, also am Penis, in der Scheide und an den Schamlippen; After und Mundhöhle können auch befallen sein. Einige STD sind einfach unangenehm, andere sind gefährlich: Bleiben sie unbehandelt, breiten sie sich über den ganzen Körper aus und können dann zum Teil schwere, nicht wieder gutzumachende Schäden wie Unfruchtbarkeit, Hirnschäden oder Blindheit verursachen. Die gefährlichste STD, die HIV-Infektion, führt nach heutigem Wissen durchschnittlich nach 12 Jahren zum Endstadium Aids, welches mit dem Tod enden kann.  

Die wichtigsten Geschlechtskrankheiten Syphilis (Lues, harter Schanker)

Die Syphilis wird durch spiralförmige Bakterien (Treponema pallidum) verursacht. Im Krankheitsverlauf unterscheidet man vier Stadien: Beim Stadium I  kommt es etwa drei Wochen nach der Ansteckung zu einem harten, nicht schmerzhaften Geschwür an der Stelle, an der die Infektion stattgefunden hat (in der Regel am Penis oder in der Scheide). Die am nächsten gelegenen Lymphknoten schwellen an. In der Regel heilt das Geschwür auch ohne Behandlung ab. Unbehandelt schreitet die Erkrankung aber nach etwa sechs Wochen zum Stadium II fort, in dem sich die Bakterien über den ganzen Körper ausbreiten und Hautausschläge, Fieber und Lymphknotenschwellungen verursachen. Diese Erscheinungen verschwinden zeitweilig, treten jedoch über Jahre hinweg immer wieder auf. Wird auch dieses Stadium nicht behandelt, so kommt es nach mehreren Jahren zum Befall der inneren Organe, insbesondere des Nervensystems, so im Stadium III des Rückenmarks (Gangstörung) und im Stadium IV des Gehirns (Demenz). Der Nachweis einer Infektion erfolgt durch mikroskopische Untersuchung oder durch den Syphilistest im Blut, der etwa drei Wochen nach der Infektion zuverlässige Resultate liefert. Eine Behandlung mit Antibiotika (z.B. Penicillin) in den frühen Stadien führt zu einer vollständigen Heilung. Die Schäden in den späteren Stadien (III und IV) sind jedoch nicht mehr rückgängig zu machen, auch wenn die Bakterien durch Medikamente abgetötet werden. In der Schwangerschaft kann die Syphilis zu schwersten Schäden des ungeborenen Kindes führen.   

Gonorrhöe (Tripper)

Die Gonorrhöe wird ebenfalls durch Bakterien (Neisseria gonorrhoea) verursacht. Zwei bis sieben Tage nach der Ansteckung kommt es zu gelbgrünlichem, eitrigem Ausfluss aus Penis und Scheide sowie Schmerzen beim Wasserlassen. Bei der Frau können diese Symptome fehlen. Wird die Krankheit nicht behandelt, so kann es beim Mann zur Infektion von Prostata, Samenleiter und Nebenhoden kommen. Bei der Frau können Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke so geschädigt werden, dass dies zu einer Unfruchtbarkeit führen kann. Im Spätstadium der Gonorrhöe breiten sich die Bakterien auf den ganzen Körper, insbesondere die Gelenke und die Leberregion (Perihepatitis acuta) aus. Der Nachweis einer Gonorrhöeinfektion erfolgt durch mikroskopische und kulturelle Untersuchung des Ausflusses. Die Gonorrhöe kann mit Antibiotika geheilt werden. Ein grosses Problem stellt in diesem Zusammenhang der Sextourismus in den Fernen Osten dar: Die dortigen Prostituierten verwenden oft Antibiotika zur Verhütung von Geschlechtskrankheiten. Auf diese Art entstehen vermehrt Antibiotika-resistente Bakterienstämme.   

Ulcus molle (weicher Schanker)

Das Ulcus molle wird durch Bakterien (Haemophilus ducreyi) hervorgerufen und ist eine seltene Erkrankung in Mitteleuropa, jedoch häufig in tropischen Entwicklungsländern. Zwei bis sechs Tage nach der Infektion treten weiche, schmerzhafte und unregelmässig begrenzte Geschwüre am Ort der Ansteckung auf. Die Lymphknoten der Leistengegend können stark anschwellen. Die Diagnose erfolgt durch den mikroskopischen Nachweis des Erregers in den Geschwüren. Die Krankheit wird mit Antibiotika geheilt. Venerische Lymphknotenentzündung (Lymphogranuloma inguinale) Das Lymphogranuloma inguinale wird durch spezielle Stämme von Chlamydia trachomatis verursacht und ist in Mitteleuropa sehr selten. Mindestens 14 Tage nach der Ansteckung treten im Geschlechtsbereich scharf begrenzte kleine Knötchen auf, die zu einem Geschwür aufbrechen können. Diese wenig schmerzhaften Knötchen heilen nach 10?14 Tagen spontan ab und werden deshalb oft übersehen. Erst die Schwellung der Lymphknoten im Leistenbereich (bis zur Faustgrösse) führt die Patienten zum Arzt. Probleme entstehen vor allem, wenn Lymphknoten nach aussen aufbrechen (Fisteln) oder Lymphknoten im Inneren des Körpers befallen sind. Die Diagnose erfolgt durch den direkten Erregernachweis im Infektionsherd oder durch eine Blutuntersuchung. Die Krankheit kann im Anfangsstadium mit Antibiotika geheilt werden.   

Chlamydieninfektionen

Chlamydieninfektionen sind in Europa sehr weit verbreitet und werden durch Bakterien (Chlamydia trachomatis) verursacht. Sie erzeugen lästige Harnröhreninfektionen, die zu starkem Jucken und Brennen beim Wasserlassen führen. Beim Mann können die Prostata und der Nebenhoden, bei der Frau auch Scheide, Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke betroffen sein, was zu Unfruchtbarkeit und Eileiterschwangerschaften führen kann. Die Infektion verläuft häufig ohne Beschwerden und kann problemlos mit Antibiotika geheilt werden. Eine Übertragung auf das Neugeborene ist häufig und führt zu Bindehaut- und Lungenentzündungen.   

Aids

Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome = erworbene Immunschwäche-Krankheit) ist das Endstadium einer Infektion mit HIV (Human Immunodeficiency Virus). Bis heute wurden zwei Virustypen (HIV 1+2) mit zahlreichen Untergruppen nachgewiesen. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit vergehen im Durchschnitt etwa zwölf Jahre. In dieser Zeit können die Infizierten ? ohne etwas von der Infektion zu merken ? das Virus auf andere Menschen übertragen. Gleichzeitig bestehende «klassische» Geschlechtskrankheiten (insbesondere Syphilis und Ulcus molle) erhöhen die Empfänglichkeit für eine Infektion mit dem Aidsvirus. Der Nachweis der HIV-Infektion erfolgt durch eine Blutuntersuchung (HIV-Test). Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar und kann zum Tode führen. Durch rechtzeitiges Erkennen der Infektion und eine entsprechende ärztliche Betreuung ist es möglich, den Ausbruch der Krankheit hinauszuzögern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine Schutzimpfung ist in absehbarer Zeit nicht verfügbar.   

Hepatitis (infektiöse Gelbsucht)

Es gibt verschiedene Hepatitisviren, von denen vor allem das Hepatitis-B-Virus (HBV) und in geringerem Masse auch das Hepatitis-C-Virus (HCV) sexuell übertragbar sind. Der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich: Die Infektion kann ohne Beschwerden verlaufen oder zu einer akuten schweren Leberentzündung (Hepatitis) führen, die in einigen Fällen tödlich endet. Zu einem erheblichen Anteil geht die Infektion in eine chronische Leberentzündung über, die zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Problematisch bei der Hepatitis B/C ist, dass einige Menschen lebenslang Virusträger bleiben (auch ohne krank zu sein) und andere Menschen anstecken können. Das Hepatitis-B/-C-Virus kann ausser bei Geschlechtsverkehr auch durch Bluttransfusionen, Spritzentausch bei Drogensüchtigen und manchmal sogar durch direkten und indirekten Kontakt mit Körperflüssigkeiten bei mangelnder Hygiene übertragen werden. In Drittweltländern ist die Hepatitis B in der Allgemeinbevölkerung weit verbreitet, in Europa sind hauptsächlich intravenös Drogensüchtige (Fixer) und das Medizinalpersonal betroffen. Für die Hepatitis B als einzige STD gibt es heute eine sichere Schutzimpfung.   

Herpes genitalis

Der Herpes genitalis ist eine weitverbreitete Virusinfektion, die mit dem Herpes labialis («Fieberbläschen» an den Lippen) nahe verwandt ist. Drei bis sieben Tage nach der Infektion treten im Geschlechtsbereich kleine, stark juckende oder schmerzende Bläschen auf, die eine ansteckende Flüssigkeit enthalten. Ausserdem können Lymphknotenschwellungen und fieberhafte Allgemeinerscheinungen auftreten. Das Virus kann direkt in der Bläschenflüssigkeit oder indirekt mit Blutuntersuchungen nachgewiesen werden. Trotz einer Behandlung mit einem antiviralen Medikament (z.B. Aciclovir) kann das Virus in den Nervenzellen überleben und nach Jahren zu einer erneuten Erkrankung führen, die jedoch meistens milder verläuft. Bei infizierten schwangeren Frauen kann während der Geburt das Herpesvirus auf das Neugeborene übertragen werden und schwere Erkrankungen (z.B. Hirnentzündung) verursachen.  

Genitale Warzen (Condylomata acuminata)

Ungefähr vier Wochen nach einer Ansteckung wachsen die genitalen Warzen oft blumenkohlartig im Genitalbereich. Sie werden durch Viren (Humane Papilloma-Viren = HPV) verursacht und können chirurgisch (Laser, flüssiger Stickstoff, Elektrokoagulation oder mit dem Skalpell) entfernt werden. Papilloma-Viren können während der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden. Einige Papilloma-Viren werden als Ursache von Muttermundkrebs bei der Frau diskutiert. 

Trichomonaden

Trichomonaden sind weitverbreitete einzellige Parasiten, die Harnröhre und Scheide befallen. Die Infektion äussert sich durch wässrigen Ausfluss und Juckreiz. Die Diagnose geschieht durch mikroskopischen Erregernachweis. Diese weltweit am häufigsten auftretende, aber harmlose Infektionskrankheit wird mit speziellen Medikamenten (z.B. Metronidazol) geheilt. 

Pilzinfektionen

Der Hefepilz (Candida albicans) ist sehr verbreitet und der häufigste Erreger von sexuell übertragbaren Pilzinfektionen. Diese an sich harmlose Infektion (Entzündung von Scheide bzw. Peniseichel) kann aber zu unangenehmen Beschwerden wie starkem Juckreiz und Brennen führen. Bei der Frau tritt zusätzlich ein Scheidenausfluss auf. Mit speziellen Medikamenten (Antimykotika) und entsprechender Hygiene sind Pilzinfektionen gut zu behandeln.   

Filzläuse

Filzläuse sind kleine Insekten, die sich in der Schambehaarung einnisten. Sie sind mit blossem Auge sichtbar, ebenso ihre Eier (Nissen), die sich an den Haaren festsetzen. Starker Juckreiz ist das wichtigste Symptom. Die Behandlung dieser harmlosen Geschlechtskrankheit erfolgt mit einer speziellen Emulsion.     

Was tun, wenn Sie von einer Geschlechtskrankheit betroffen sind?

 Wenn Sie befürchten, dass Sie sich mit einer Geschlechtskrankheit infiziert haben, wenden Sie sich unverzüglich an einen Arzt Ihres Vertrauens. Neben dem Hausarzt kann das ein Hautarzt, ein Frauenarzt, ein Urologe oder ein Internist sein. Der Versuch, eine Geschlechtskrankheit selbst zu «behandeln», ist problematisch, ja sogar gefährlich, weil es dem Arzt später die Diagnose erschwert und die Infektion unerkannt bleiben kann. Die meisten Geschlechtskrankheiten können bei korrekter ärztlicher Behandlung geheilt werden. Ausnahmen sind die viralen STD wie beispielsweise die Herpesinfektionen, die Hepatitis B/C und Aids. Aber auch bei der HIV-Infektion können moderne Medikamente die Lebenszeit und vor allem die Lebensqualität des Patienten verbessern. Davon kann aber nur derjenige profitieren, der frühzeitig von seiner HIV-Infektion weiss. Deshalb lohnt es sich, beim Vorliegen einer anderen Geschlechtskrankheit immer auch einen HIV-Test durchführen zu lassen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Wenn Sie an einer Geschlechtskrankheit leiden, müssen Sie ? um Ihren Partner zu schützen ? so lange auf Sexualkontakte verzichten, bis die Krankheit ausgeheilt ist und Sie Ihren Partner nicht mehr anstecken können. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wann keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Ihren früheren und/oder Ihren jetzigen Partner sollten Sie über Ihre Geschlechtskrankheit informieren. Mindestens einer von ihnen leidet unter der gleichen Krankheit (sonst können Sie sie ja nicht haben), und möglicherweise haben Sie die Infektion bereits an andere weitergegeben. Diese Partner sollten ebenfalls einen Arzt aufsuchen und gegebenenfalls behandelt werden. Viele Menschen haben Hemmungen, über Geschlechtskrankheiten zu sprechen. Wichtig ist aber das Vertrauen und die Offenheit dem Arzt gegenüber, der Sie unter Wahrung des Arztgeheimnisses kompetent und ohne Vorurteile behandeln wird.   

Wie kann man sich vor Geschlechtskrankheiten schützen? 

Da die Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten fast ausschliesslich beim Geschlechtsverkehr erfolgt, müssen Schutzmassnahmen auch dort ansetzen. Manche Geschlechtskrankheiten sind äusserlich sichtbar, doch meistens sieht man es dem Partner nicht an, ob eine Geschlechtskrankheit vorliegt.  

Treue

In einer treuen Liebesbeziehung zweier gesunder Partner ist eine Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit praktisch ausgeschlossen. 

Sorgfältige Partnerwahl

Eine neue sexuelle Beziehung birgt grundsätzlich die Gefahr einer Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit in sich. Nur wenn der Partner nicht infiziert ist, ist eine Ansteckung ausgeschlossen. Aus diesem Grunde ist es besonders wichtig, den Partner sehr sorgfältig auszuwählen. Durch das offene Gespräch mit dem Partner sollte man Risiken abklären. Wie war das Vorleben des zukünftigen Partners? Wie wollen wir uns schützen? Verheimlichen nützt letztlich nur den Krankheitserregern.   

HIV-Test

Da Aids nicht heilbar ist, empfiehlt es sich heutzutage, einen HIV-Test zu machen, um eine unerkannte Ansteckung in der Vergangenheit auszuschliessen. Keine flüchtigen Sexualkontakte Da nicht alle Geschlechtskrankheiten behandelbar sind und u.U. zum Tode führen (Aids, Hepatitis B/C) oder eine Unfruchtbarkeit zur Folge haben können, empfiehlt es sich, auf flüchtige Sexualkontakte (insbesondere auf Reisen) zu verzichten. Ein einziger Sexualkontakt kann für eine Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit ausreichen. Häufiger Partnerwechsel erhöht das Risiko, einem infizierten Partner zu begegnen.   

Kondome

Bei Kontakten ausserhalb einer festen Beziehung kann durch den richtigen Gebrauch von Kondomen das Risiko einer Geschlechtskrankheit gesenkt, aber nicht ausgeschlossen werden. Angesichts der tödlichen Krankheit Aids bleibt auch bei staatlich geprüften Kondomen ein nicht zu vernachlässigendes Restrisiko in der Grössenordnung von einigen Prozenten. Gerade junge Menschen haben natürlich noch keine oder wenig Erfahrung mit Kondomen, weswegen auch die Gefahr von Anwendungsfehlern gross ist.   

Drogenabstinenz

Drogen und Alkohol trüben das Gefühl für die Wirklichkeit, vernebeln das Verantwortungsbewusstsein, schwächen das Urteilsvermögen sowie die Selbstbeherrschung und verleiten dadurch zu unbedachten und oft ungeschützten sexuellen Kontakten. Gerade bei Aids kommt der Drogenabstinenz eine grosse Bedeutung zu.  

Impfung gegen Hepatitis B

Gehören Sie einer Risikogruppe für Hepatitis B an (z.B. medizinisches Personal, Dialysepatienten, intravenös Drogensüchtige [auch sog. Fixer], längerer Aufenthalt in einem Entwicklungsland), ist eine Impfung gegen Hepatitis B in jedem Fall empfehlenswert. Heute wird die Impfung grundsätzlich für alle empfohlen.