Betulinsäure

Betulinsäure gegen Krebs  

Der in der Birkenrinde enthaltene Naturstoff Betulinsäure kann möglicherweise bislang unverwundbare Krebszellen zerstören. Das ergaben Forschungen der Ulmer Universitätsklinik. Bereits in der Naturheilkunde gilt die Birke als Baum der Reinigung. Nach Angaben der Mediziner wirken die meisten der gängigen Krebsmedikamente, indem sie in den Tumorzellen den sogenannten programmierten Zelltod auslösen.

Häufig sei in Krebszellen dieses Selbstmordprogramm aber genetisch außer Betrieb gesetzt - ein Defekt, der den Fortbestand des Tumors sichere. Durch das aufwendige Verfahren ist Betulinsäure sehr teuer.

Betulinsäure und Apoptose in Krebszellen

Betulinsäure ist eine Triterpencarbonsäure. Der Name stammt von dem entsprechenden Alkohol Betulin, der aus Birkenrinde (Betula pendula und andere Arten) gewonnen wird. Betulinsäure selbst kommt in Birkenrinde allenfalls in Spuren vor. Betulinsäure wurde in vielen anderen Pflanzengeweben gefunden, allerdings immer nur in kleinen Mengen, und im Gemisch mit anderen ähnlichen Triterpenen. In den letzten 5 Jahren ergaben sich aus Screening-Programmen einige interessante Wirkungen von Betulinsäure. Die wichtigsten sind:

  • Die Vermehrung des AIDS-Virus wird durch Betulinsäureamide verhindert. Vermutlich wird das Eindringen des Virus in die Zellen unterbunden, dies ist ein neuartiger Wirkmechanismus.
  • Melanomzellen werden durch Betulinsäure spezifisch abgetötet. Neuroblastomzellen und Zellen aus malignen Gehirntumoren sterben ebenfalls unter Betulinsäureeinfluss. In den Krebszellen wird die Apoptose, der programmierte Zelltod eingeleitet. In diesen ersten Untersuchungen erwies sich Betulinsäure als unwirksam auf normale Zellen und als untoxisch für Versuchstiere.

Betulinsäure - ein schwer erhältlicher Naturstoff

Die Beschaffung von Betulinsäure ist derzeit schwierig. Die Oxidation aus Betulin ist der derzeit bevorzugte Weg. Jedoch muss Betulin zuerst aus Birkenrinde isoliert und in einem mehrstufigen Verfahren unter Verwendung von Schutzgruppen derivatisiert werden. Entsprechend hoch ist der Preis für 1 Gramm reine Betulinsäure im Spezialchemikalienhandel (ca. 1000 - 10 000). Die direkte Isolierung aus Pflanzengeweben war bislang nicht im großen Maßstab praktikabel, weil die Konzentration darin als zu gering angesehen wurde. Zudem handelt es sich bei den beschriebene Pflanzen meist um schwer zugängliche und hier nicht kultivierte Bäume. Die bislang höchsten Gehalte an Betulinsäure wurden in Baumrinden gefunden. Hier zeichnet sich eine weitere Schwierigkeit ab. Für die Gewinnung müssen die Bäume gefällt und entrindet werden. Anders stellt sich die Situation bei Platanen dar. Platanen (Platanus acerifolia) sind in Europa häufig angepflanzte Allee- und Parkbäume. Charakteristisch für Platanen ist, dass sie jährlich im Herbst nicht nur ihre Blätter, sondern auch mehr oder weniger große Teile ihrer Borke abwerfen. Die neue Borke, die an den abgeschälten Stellen nachwächst, ist heller als die alte, so kommt das typische gescheckte Aussehen der Baumstämme und Äste zustande. Der Borkenabwurf der Bäume schwankt etwas von Jahr zu Jahr und ist abhängig von der Sorte der gepflanzten Bäume. Bei einer großen Platane kommen in jedem Jahr einige Kilogramm Borke zusammen. Sie werden normalerweise zusammen mit den Blättern im Herbst als Gartenabfall eingesammelt.   

Anwendung beim Menschen

Die Betulinsäure kann sowohl innerlich in Kapsel-, Zäpfchen- oder Tablettenform, als auch äußerlich als Salbe angewandt werden. Die laufenden Studien zeigen einen signifikanten Erfolg bei Hautkrebs (bis zu 85 % Verbesserung). Aber generell ist jeder Krebs, an welcher Stelle auch immer, gleich, was den Schluß zulässt, ein neues und sehr wirksames Mittel gegen Krebs gefunden für haben.