Windpocken

Krankheitsbild

Windpocken werden übertragen durch z.B. Husten, Niesen oder Sprechen und den Kontakt mit der Flüssigkeit der Windpockenblasen (Tröpfcheninfektion). Die Inkubationszeit (=die Zeit vom anstecken bis Ausbruch der Krankheit) beträgt ca. 7-21 Tage, ansteckend ist die Krankheit schon ca. 2 Tage vor ihrem Ausbruch.   Der Hautausschlag beginnt als kleine, rote Flecken, die sich innerhalb von Stunden zu Bläschen entwickeln. Nach 1-2 Tagen bilden diese Bläschen eine Kruste. Innerhalb von 3-6 Tagen kommen neue Bläschen hinzu. Der Hautausschlag juckt meist stark. Er zeigt sich in der Regel als erstes auf dem Rumpf und im Gesicht. Er kann aber auch auf den Haarboden, die Arme und die Beine übergehen. Die Schleimhäute (vor allem im Mund) und die Geschlechtsorgane können auch betroffen sein.   Kinder sind meist nur leicht angeschlagen. Begleiterscheinungen sind oft Kopf- und Gliederschmerzen, leicht erhöhtes Fieber. 

Behandlung / Impfung

In erster Linie wird versucht, den Juckreiz zu mildern. Dazu werden die Bläschen mit einer Tinktur bepinselt (zinkhaltige Pasten, die die Bläschen eintrockenen sollen). Reicht dies nicht aus, werden Medikamente gegen den Juckreiz gegeben. Die Bläschen sollten nicht aufgekratzt werden, da es hier zu bakteriellen Infektionen kommen kann. Am besten die Fingernägel kurz halten oder evtl. Handschuhe anziehen. Bei Bläschen im Mund mit Kamillentee ausspülen. Mit dem Kamillentee kann man zusätzlich kalte Umschläge gegen den Juckreiz machen. Dem Kind luftige Kleidung anziehen ist hilfreich, da enge Kleidung den Juckreiz verstärken kann. Baden sie das Kind erst, wenn die Bläschen verkrustet sind, da sie sich sonst leicht entzünden können.  

Eine Impfung gegen Windpocken ist möglich und wird immer häufiger empfohlen. In Deutschland werden jedes Jahr immer mehr Fälle mit Komplikationen registriert. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat die Kosten (vorher bestätigen lassen).  

Komplikationen

Narbenbildung durch Infektion oder aufkratzen der Bläschen führt zu einer unschönen Zeichnung für das restliche Leben. Die Augen und die Lunge können sich entzünden. Einen Hirnhautentzündung ist die gefürchtetste Komplikation. Bei Schwangeren kann es zwischen der 8. und 21. Schwangerschaftswoche in ca. 1% der Fälle zu Fehlbildungen des Ungeborenen kommen. Eine Person, die Windpocken gehabt hat, kann Jahre später an einem schmerzhaften, als Gürtelrose bekannten, Hautausschlag erkranken.