Untersuchung vom Schwangerschaftstest bis nach der Geburt

Bin ich schwanger - welche Tests gibt es ?

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Symptome, die auf eine Schwangerschaft hindeuten können:  

  • Ausbleiben der Menstruation
  • Veränderungen des Allgemeinbefindens, wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitstörungen (z.B. abnorme Essgelüste) oder Schwindel
  • Brustspannen
  • häufiges Wasserlassen
  • Verstopfung
  • Veränderungen der Genitalorgane
  • Vergrößerung von Gebärmutter und Brustdrüse

Dem Arzt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, eine Schwangerschaft festzustellen

  • Urintest (ab etwa 2 Tage nach Ausbleiben der Menstruation). Bei Urin-Schwangerschaftstests, die in der Apotheke frei verkäuflich sind, wird gemessen, ob sich das Hormon hCG im Urin befindet, welches erstmals gebildet wird, wenn sich die befruchtete Eizelle etwa eine Woche nach der Befruchtung in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat.
  • Bluttest (ab etwa 2 Tage vor der erwarteten Menstruation) ist empfindlicher als der Schwangerschafts-Urintest. Im Blut kann das Schwangerschaftshormon hCG als sicheres Anzeichen einer Schwangerschaft bereits zehn Tage nach der Befruchtung nachgewiesen werden. Das Hormon humanes Chorion-Gonadotropin (hCG) wird vom Embryo gebildet und ist damit charakteristisch für eine beginnende Schwangerschaft.
  • vaginale Untersuchung (die ersten Schwangerschaftsanzeichen erkennt man schon etwa 21 Tage nach der Befruchtung),
  • vaginale Sonographie (mit einer hochauflösenden Vaginalsonde etwa zwei bis drei Wochen nach der Befruchtung)
  • Anamnese

Untersuchung der Frau während der Schwangerschaft und nach der Geburt

10 Vorsorgetemine 

Der erste Besuch beim Frauenarzt sollte spätestens erfolgen, nachdem eine Frau ihre Schwangerschaft festgestellt hat. Gerade die ersten Wochen sind für die Entwicklung des Kindes am wichtigsten. Daher ist es sinnvoll, eine Schwangerschaft so früh wie möglich zu erkennen. Bei der Erstvorstellung der Schwangeren erhebt der Arzt zunächst eine genaue Anamnese. Neben allgemeinen Fragen zu Gesundheit und möglichen Erkrankungen werden vor allem Fragen zu vorhergehenden Schwangerschaften und Geburten gestellt. Der Arzt prüft, ob die Schwangerschaft intakt ist und der Embryo in der Gebärmutter sitzt. Der Mutterpass wird angelegt. Er dient der vollständigen Dokumentation der Schwangerschaft Folgende. Untersuchungen werden durchgeführt

Einmalige Untersuchungen

  • Familien-, Eigen-, Schwangerschafts-, Arbeits- und Sozialanamnese
  • Berechnung des Geburtstermins
  • Gynäkologische Untersuchung (incl. Zervixabstrich zur Untersuchung auf Chlamydia trachomatis)
  • Syphilistest
  • Rötelntest
  • Listeneintrag
  • Bluttest (Blutgruppe, Rh-Faktor, Hb)
  • Antikörper-Suchtest (AK)
  • Toxoplasmose
  • gegebenenfalls Aids-Test und Hepatitis-Test
  • gegebenenfalls ein Pap-Abstrich
  • bei genetisch bedingtem Risiko: humangenetische Beratung und/oder humangenetische Untersuchung

Untersuchungen, die bei jedem Termin in folgenden Abständen wiederholt werden

bis zur 24. Schwangerschaftswoche alle 4 Wochen ab der 28. Schwangerschaftswoche alle 3 Wochen ab der 34. Schwangerschaftswoche alle 2 Wochen ab der 41. Schwangerschaftswoche jeden 2. Tag ab 10-12 Tage nach dem errechneten Geburtstermin: stationäre Aufnahme

  • Körpergewicht und Leibesumfang
  • Blutdruckmessung
  • Urinuntersuchung (Eiweiß, Zucker und Sediment)
  • Ultraschalluntersuchung (empfohlen werden drei Ultraschallaufnahmen während der Schwangerschaft)

Die regelmäßigen Untersuchungen sollen den Verlauf der Schwangerschaft kontrollieren. Bei kompliziertem Verlauf oder Risikoschwangerschaften erfolgen die Untersuchungen entsprechend häufiger. Die engmaschige Kontrolle der Schwangerschaften dient der Früherkennung und konsequenten Behandlung von eventuellen Komplikationen.

Außer den regelmäßigen Untersuchungen wird in der 24.-28.Schwangerschaftswoche ein Glucosescreening angesetzt. Ist das auffällig, sollte ein OGTT durchgeführt werden. Bei Frauen mit familiärer Belastung (zuckerkranke Eltern oder Großeltern oder Geschwister) oder starkem Übergewicht, wird das Glucosescreening in der 30.-32. Schwangerschaftswoche wiederholt, auch wenn es vorher unauffällig war.

Darüber hinaus wird ein Abstrich auf Streptokokken empfohlen, und bei Rh-negativen Frauen in der 27.-30. Schwangerschaftswoche der 2. Antikörpersuchtest (Anti-D-Prophylaxe). In der modernen Geburtshilfe stehen mehrere Untersuchungsmethoden zur Verfügung, das Risiko chromosomaler oder anderer Defekte auszuschließen, z.B. der Tripel-Test, die Amniozentese oder die Chorionzottenbiopsie. Schwangeren ab dem 35. Lebensjahr wird eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) oder Chorionzottenbiopsie empfohlen. Es ist wissenschaftlich umstritten, ob das erhöhte Alter des Vaters ein Auslöser für eine Chromosomenanomalie ist. Was beinhalten diese Tests?

Der Triple-Test ermöglicht es, durch eine Untersuchung aus dem mütterlichen Blut die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Down-Syndroms (3-faches Chromosom Nr.21) oder eines sogenannten Neuralrohrdefektes (offener Rücken) bei dem heranwachsenden Kind zu bestimmt. Der Test wird etwa zwischen der 15. und 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Wie schon der Name besagt, werden drei Eiweißstoffe bzw. Hormone aus einer Blutprobe der Schwangeren bestimmt. Es handelt sich hierbei um das Alpha?Fetoprotein (AFP), eine bestimmte Form des weiblichen Geschlechtshormons Östriol (uE3) und das Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin (HCG).

Die Wertigkeit der sogenannten Triple-Diagnostik und deren Aussagekraft sollte in jedem Falle vor Durchführung eines solchen Tests, besonders aber bei vorliegen des endgültigen Ergebnisses mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt besprochen werden, da Mißverständnisse über die Aussagekraft des Testes nicht selten unbegründete Ängste auslösen können. Bei einem auffälligen Ergebnis führen weitergehende Untersuchungen wie Ultraschalldiagnostik oder die Durchführung einer Fruchtwasseruntersuchung zu einer endgültigen Klärung. In den meisten Fällen findet sich dann ein unauffälliger Befund bei der Ultraschalluntersuchung bzw. der Untersuchung der kindlichen Chromosomen. Glücklicherweise finden sich nur in einem sehr geringen Anteil auffällige Befunde bei den weiterführenden Untersuchungen.

Mit der Ultraschalldiagnostik ist es möglich, die Intaktheit einer Schwangerschaft, Mehrlinge, eine ungünstige Lage des Kindes sowie gröbere Fehlbildungen zu erkennen, bzw. auszuschließen, aber auch das normale Wachstum des Kindes zu überwachen. Besonders bei unsicherem Entbindungstermin kann durch die Ultraschalluntersuchung bis etwa zur 20. Schwangerschaftswoche der zu erwartende Termin der Niederkunft auf 1-2 Wochen genau festgelegt werden. Veränderungen der normalen Chromosomenzahl oder Fehlanlagen können jedoch nicht entdeckt werden, wenn sie nicht mit sonstigen Fehlbildungen oder Wachstumsstörungen kombiniert sind.

Die Chorionzottenbiopsie sollte in der 8.-11. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Unter Ultraschallbeobachtung wird Plazentagewebe des Feten entnommen. Bereits wenige Tage danach kann eine Chromosomenanalyse des Kindes abgegeben werden. Ferner können Enzymdefekte oder bestimmte Stoffwechselerkrankungen festgestellt oder ausgeschlossen werden. Das Risiko an Fehlgeburten nach dem Eingriff liegt bei (3%).

Die Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) sollte in der 13. bis 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Ebenfalls unter Ultraschallbeobachtung wird hierbei mit einer Nadel durch die Bauchdecke der Mutter Fruchtwasser entnommen. Das Ergebnis der Fruchtwasserpunktion kann erst nach drei Wochen mitgeteilt werden. Der wesentliche Vorteil der Amniozentese im Vergleich zur Chorionzottenbiopsie liegt in der etwas einfacheren Durchführbarkeit und der möglicherweise niedrigeren Rate (1%) an Fehlgeburten nach dem Eingriff.

Untersuchungen der Mutter nach der Geburt

Nach der Geburt im Wochnenbett haben Sie Anspruch auf eine Nachsorge durch die Hebamme (Gynäkologischer Befund). Im Rahmen der Abschlussuntersuchung vor Entlassung aus der Klinik wird die Rückbildung der Gebärmutter, die Heilung eventueller Geburtsverletzungen wie Dammriss und die Brust beurteilt.