Veränderung der Frau in der Schwangerschaft

Man unterscheidet drei Stadien:

  • Das erste Trimenon dauert vom ersten bis zum vierten Monat, der Organismus stellt sich auf die Schwangerschaft ein.
  • Das zweite Trimenon dauert vom fünften bis zum siebten Monat, in dieser Phase fühlen die meisten Schwangeren sich am wohlsten.
  • Das dritte Trimenon dauert schließlich bis zur Geburt, das größer werdende Kind belastet die Mutter jetzt ziemlich.

Gewicht

Während der Schwangerschaft ist eine Gewichtszunahme von sechs bis elf Kilo die Regel. Im Einzelnen wiegen:

  • Fruchtwasser œ bis 1 kg,
  • Mutterkuchen œ kg,
  • Gebärmutter 1 bis 1œ kg,
  • neu gebildetes Blut 1 kg,
  • neu gebildetes Gewebe 2 kg,
  • Wassereinlagerungen 1 bis 3œ kg.

Auch wenn man Zwillinge bekommt, sollte die Gewichtszunahme in diesem Bereich liegen, da das einzelne Kind meistens leichter ist als ein Einling, dürfte eigentlich keine größere Gewichtszunahme auftreten. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten sollten Sie möglichst gar nicht zunehmen,im zweiten Drittel können es bis zu 4 kg sein, im letzten Drittel dann noch einmal sechs bis acht kg. Eine Gewichtszunahme von mehr als 20 kg ist zumeist auf eine Überernährung oder eine fehlerhafte Zusammensetzung der Nahrung zurückzuführen. Eine schnelle Gewichtszunahme von mehr als 2,5 kg in einer Woche kann ein Hinweis auf eine Gestose sein. Kommt es zu einem Gewichtsstillstand oder zu einer Zunahme unter 7,5 kg kann dies auf eine Erkrankung der Mutter, eine Mangelernährung oder eine fetale Wachstumsretardierung (Wachstumsverzögerung) hinweisen. 

Gebärmutter

Während der Schwangerschaft wächst die Gebärmutter um das 500 bis 800fache, am Ende der Schwangerschaft wiegt sie 1000 bis 1500g (ohne "Inhalt"!). Der Bauchumfang wächst auf 110 cm Umfang an (abhängig von der Leibesfülle vor der Schwangerschaft). Während der ganzen Schwangerschaft finden Kontraktionen statt, man kann sie aber erst etwa in den letzten vier Wochen vor der Geburt spüren (Senkwehen, Stellwehen). Der Muttermund wird durch den Schleimpfropf verschlossen, dieser verhindert das Eindringen von Bakterien. Bei Beginn der Eröffnungswehen wird er ausgestoßen.

Plazenta, Nabelschnur und Fruchtwasser

Die Plazenta (Mutterkuchen) gleicht einem dicken Schwamm, in dessen Lücken das mütterliche Blut fließt. Hier findet der Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind statt. Die Plazenta übernimmt die Funktion von Lunge, Leber, Niere, Darm und einigen Drüsen des Kindes. Außerdem schützt sie das Kind vor dem Übertritt von Bakterien und produziert Hormone, die die Schwangerschaft erhalten (z.B. Östrogen, Progesteron). Im vierten Monat bedeckt die Plazenta etwa die Hälfte der Gebärmutterwand, danach wird sie aber nur noch dicker, so daß sie zum Zeitpunkt der Geburt nur noch Œ bedeckt. Sie wiegt dann etwa 500g, hat einen Durchmesser von 18 bis 20cm und ist ca. 2 bis 3cm dick. Der mütterliche und der kindliche Kreislauf sind getrennt, dabei liegt die mütterliche Seite der Plazenta an der Gebärmutterwand an. Zwischen den beiden Kreisläufen befinden sich drei Gewebeschichten, sie sind die dünnste Trennwand, die überhaupt möglich ist. Das mütterliche Blut wird aus den Arterien in den Zwischenraum gespritzt - pro Minute 500 bis 600ml und fließt durch die Venen wieder ab. Auf der kindlichen Seite mündet etwa in der Mitte der Plazenta die Nabelschnur. In ihr verlaufen zwei Arterien, die Blut und die Stoffwechselabbauprodukte des Kindes zur Mutter bringen und eine Vene, die nährstoff- und sauerstoffreiches Blut zum Kind bringt. Bei der Geburt ist die Nabelschnur etwa 50 bis 55 cm lang und etwa 2 cm dick. In der Fruchthöhle befinden sich 500 bis 1000ml Fruchtwasser, es ist eine klare, alkalische und sterile Flüssigkeit. Im Fruchtwasser schwimmen Flocken der Käseschmiere, die die Haut des Kindes produziert um sich vor dem umgebenden Wasser zu schützen. Die Aufgabe des Fruchtwasser besteht darin das Kind vor Druck von außen zu schützen. Etwa drei Wochen vor der Geburt werden täglich vier Liter Fruchtwasser gebildet und auch wieder resorbiert. Einen Teil davon trinkt das Kind oder atmet es ein.

Brust

In den Brüsten nimmt die Durchblutung zu, sie beginnen zu wachsen, erst werden sie nur praller, später dann auch größer, ist das Volumen zu groß erschöpft sich die Hautelastizität und die Brüste senken sich, leider ist das nicht rückgängig zu machen. Bei manchen Frauen schimmern jetzt die Blutgefäße durch. Es wird auch schon Milch gebildet, das Kolostrum (Vormilch). Warzenhof und Brustwarze werden dunkler. Etwa ab dem vierten Monat kann es zu Pigmentflecken kommen, z.B. im Gesicht. Durch Wassereinlagerungen wird die Haut straffer, man sieht jungendlicher aus (ein paar Vorteile sollte man ja auch davon haben ).

Haut

Bei der Dehnung der Bauchdecken bekommen etwa die Häfte aller Schwangeren Schwangerschaftsstreifen, sie sind anfangs blaurot, nach der Entbindung werden sie weiß. Die Haare wachsen schneller und sitzen jetzt fester in der Kopfhaut. Leider hält das nicht an, im Wochenbett löst sich diese feste Verankerung und die Haare können sogar büschelweise ausfallen.

Blut

Die Blutmenge nimmt um etwa einen Liter zu, damit füllen sich die vor allem in der Gebärmutter neu entstandenen Gefäße. Manche Schwangere bilden zuwenig neue rote Blutkörperchen, man gibt deshalb Eisenpräparate.

Physische Veränderungen

Da man als Schwangere zunehmend "vorlastig" wird, läuft man schließlich mit zurückgezogenen Schultern und extrem aufrecht, das führt bei vielen zu Rückenschmerzen. Besonders in den letzten Monaten wird man kurzatmig, da das Kind zunehmend auf die Lunge drückt. Außerdem drücken viele Kinder auf den Magen, was zu Sodbrennen führen kann. Etwa vier Wochen vor der Geburt hört das auf, denn dann senkt sich das Kind. In den letzten Schwangerschaftswochen drückt das Kind auf die Blase, man läuft andauernd zur Toilette, aber es kommen immer nur wenige Tropfen... . Das "jede Schwangerschaft einen Zahn kostet" ist ein Märchen, man sollte zu Beginn der Schwangerschaft zum Zahnarzt gehen (besser noch vorher), damit alles in Ordnung gebracht werden kann.

Psyche

Stimmungsschwankungen bei Schwangeren sind ja allgemein bekannt. Die Laune wechselt häufig zwischen Müdigkeit und Arbeitseifer, Wohlbefinden und Übelkeit, Freude und Niedergeschlagenheit. Jede Frau muß sich erst mit dem Gedanken vertraut machen, daß sie jetzt Mutter wird, auch dann, wenn man sich ein Kind gewünscht hat. In den ersten vier Monaten hat man noch keine oder nur eine geringe Beziehung zu dem Kind. Im Vordergrund steht vielmehr die Frage: " Bin ich nun schwanger oder nicht?" und "Wie stehe ich zu meiner Schwangerschaft?". Nach dem fünften Monat spürt man Kindsbewegungen, auch der Bauch wächst und so bleibt der Zustand der Umgebung nicht mehr geheim. Der Interessenkreis verengt sich immer mehr auf das Kind. In dieser Zeit geht es den meisten Schwangeren sehr gut. Man stellt sich immer mehr auf das Kind ein, macht Pläne für die Zeit nach der Geburt. Im dritten Trimenon empfinden viele Frauen ihre Schwangerschaft als Belastung. Man fängt an die Geburt herbeizusehen, hat aber gleichzeitig Angst davor. Immer wieder beschleicht einen auch die Angst, das Kind könne behindert zur Welt kommen, oder man könne eine Fehlgeburt erleiden. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, einen Geburtsvorbereitungskurs zu machen.