Welches Zink ist das Beste?

Risikogruppen , die von einer optimierten Zinkversorgung besonders profitieren würden, sind unter anderem Diabetiker, Allergiker, Neurodermitiker, Psoriasiskranke, Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen, Sportler, stillende und schwangere Frauen, Senioren sowie Kinder in Wachstumsphasen . Ernährungswissenschaftler und Mediziner empfehlen daher für diese Risikogruppen die Zufuhr von Zink. Insbesondere Zink-Histidin zeichnet sich durch eine besonders effektive Beeinflussung physiologischer Prozesse aus.

Fleischkonsum und Zinkstatus

Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET e.V.) warnte unlängst vor einer Mangelversorgung mit essenziellen Nährstoffen, ausgelöst durch eine plötzliche Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Aufgrund der aktuellen Krisen in der Landwirtschaft (BSE, Maul-und Klauen-Seuche, Massentierhaltung, Antibiotika und andere Arzneimittel als Masthilfen) ist in der Bevölkerung ein rückläufiger Fleischkonsum zu beobachten, der sich auch auf die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen auswirken kann. Von diesen Entwicklungen vor allem betroffen ist das Spurenelement Zink.   

Der Zinkstatus bei Menschen wird in erster Linie von drei Faktoren beeinflusst

Ausmaß der Zinkzufuhr, gesteigerte Zinkverluste oder höherer Zinkbedarf bei bestimmten Erkrankungen wie Diabetes, chronischen Entzündungen und dermatologischen Erkrankungen, gesteigerte Zufuhr von Stoffen die die Zinkaufnahme aus der Nahrung stören .  

Fleisch ist unsere Hauptquelle für die Zinkzufuhr . Der plötzliche Verzicht auf Fleisch geht zumeist mit einer Erhöhung der Zufuhr vegetabiler Nahrung einher, was die Zinkversorgung zusätzlich negativ beeinflusst.   Besonders für Risikogruppen, zu denen neben Kranken auch schwangere und stillende Frauen, Kinder in Wachstumsphasen, Senioren, Rekonvaleszente und Sportler zählen, empfiehlt sich die Substitution von Zink mit einem als Arzneimittel zugelassenen und in seiner pharmazeutischen Qualität gesicherten Zinkpräparat. Wenig bekannt ist bislang, dass sich Zinkpräparate je nach eingesetzter Zinkform teilweise erheblich in ihrer Freisetzung (Bioverfügbarkeit) unterscheiden.   

Problematische Bioverfügbarkeit

Die Bioverfügbarkeit von Zink variiert beträchtlich. Insbesondere pflanzliche Kost ist zumeist eine schlechte Zinkquelle. Zink bildet mit den in Pflanzen enthaltenen Ballaststoffen, vor allem der Phytinsäure, schwerlösliche Komplexe, die einer Resorption entzogen sind. Die Zufuhr von Zink kann demzufolge auch dann ungenügend sein, wenn Analysen der pflanzlichen Kost ausreichende Zinkgehalte andeuten. Auch Oxalat oder Schwermetalle wie Cadmium können die Zinkaufnahme behindern. Die Beeinflussung durch Cadmium dürfte in der Praxis allerdings keine relevante Rolle spielen.   

Hemmung der Zinkaufnahme durch Eisen?

Auch die bei gleichzeitiger Gabe von Eisen und Zink beobachtete Hemmung der Zinkresorption tritt möglicherweise nur manchmal auf. Im Versuch stellte man fest, dass hochdosiertes anorganisches Eisen die Zinkaufnahme hemmte, gemessen an der Veränderung des Plasma-Zinkspiegels innerhalb von vier Stunden nach oraler Einnahme von Zink. Die Untersucher verabfolgten an erwachsene, nüchterne Probanden jeweils 25 mg Zink in Form von Zinksulfat und Eisen in einer Dosis von 25, 50 oder 75 mg. Bereits bei 25 mg Eisen war die Zinkaufnahme wesentlich niedriger als bei den Kontrollpersonen. Die zusätzliche Gabe von Histidin hob die Hemmung wieder auf.

Fazit

Eisen und Zink können bedenkenlos gemeinsam eingesetzt werden. Auch die Langzeiteinnahme von Eisen- und/oder Zinksupplementen hat keinen negativen Einfluss auf den Versorgungsstatus beider Mineralstoffe.   

Bessere Zinkresorption durch Kopplung an Aminosäuren 

Gute Zinkquellen sind zumeist tierische Produkte, zum Beispiel Rindfleisch oder Milchprodukte. Methionin, Cystein oder Histidin zeigen einen deutlich fördernden Einfluss auf die Zinkaufnahme. Der positive Einfluss von Nahrungsproteinen tierischen Ursprungs wird denn auch weniger auf den Einfluss des Eiweißmoleküls selbst als vielmehr auf die daraus freigesetzten freien Aminosäuren zurückgeführt. Diese Aminosäuren können Zink auch in Anwesenheit von Phytaten in gelöster, resorbierbarer Form halten - ein Effekt, der auch für Oligopeptide aus Casein bereits nachgewiesen wurde. 

Muttermilch als Zinkquelle

Kinder in Wachstumsphasen reagieren sensibel auf die Zinkversorgung, deshalb ist die Beachtung des Zinkstatus in der Kinderernährung besonders wichtig. Für Säuglinge ist die Muttermilch die beste Zinkquelle - vorausgesetzt, die Mutter weist einen ausreichenden Zinkstatus auf. So wurde anhand radioaktiv markierter Zinkzusätze in tierexperimentellen Studien an Ratten festgestellt, dass die Zink-Bioverfügbarkeit aus menschlicher Muttermilch bei 28% liegt, aus Kuhmilch bei 15% und aus Soja-Formula-Nahrung bei nur 10%. Prof. Evans machte eine Komplexbildung mit Picolinsäure für die gute Verfügbarkeit von Zink aus Muttermilch verantwortlich. Während Picolinsäure, die mit Zink einen Chelatkomplex bilden kann, in der Muttermilch in einer Konzentration von 308 µmol/l vorkommt, beträgt die Konzentration in Kuhmilch lediglich 20 µmol/l oder weniger. 

Fazit

Picolinsäure verbessert die Bioverfügbarkeit von Zink   

Resorptionsverbesserer für Zink

Verschiedene niedermolekulare Substanzen wurden auf ihre Wirkung für Zink untersucht: Ascorbinsäure, deren positiver Einfluss auf die Eisenaufnahme gut bekannt ist, bewirkte in Dosen zwischen 0,5 und 2 Gramm nach Gabe von 110 mg Zinksulfat-Heptahydrat, entsprechend 25 mg Zink, keine Veränderung der Zinkaufnahme. Auch für Zitronensäure waren die Ergebnisse unbefriedigend. Der Zusatz von Citrat zu Lebensmitteln kann zwar unter Umständen die Resorption von Zink verbessern.

Für eine kontrollierbare Supplementation mit Zinkpräparaten kommt Zinkcitrat jedoch nicht infrage. EDTA (Ethylendiamintetraacetat), eine Chelat-bildende Substanz, die zur Komplexierung von Metallionen eingesetzt wird, wurde bereits frühzeitig als potenzielle Zinkfähre in Tierversuchen an Hühnern getestet. Allerdings stellte sich in der Folge heraus, dass komplexiertes Zink-EDTA zwar gut aus dem Darm in die Enterozyten aufgenommen wird, von hier aus aber nicht weiter kommt. Um für den Organismus verwertbar zu sein, müssen die Zinkionen daher zunächst umgebaut werden. Aminosäuren sind gute Zink-Chelatoren, insbesondere Histidin . Die Eignung von Zink-Histidin als Zinklieferant wurde in klinischen Studien bewiesen. Dabei kommt es auf das Mengenverhältnis zwischen Zink und Histidin an: Extrem hohe Mengen an Histidin (60 Gramm pro Tag), die weder in der Nahrung noch in Zinksupplementen vorkommen, können sogar zu einer verstärkten Ausscheidung von Zink über den Urin führen . Zink-Histidin wird jedoch bei hoher Dosierung durch den Harn ausgeschieden, was eine - beabsichtigte oder versehentliche - Überdosierung ausschließt.   

Verschiedene Zinkformen

Zinkpräparate des Handels enthalten die Zinkionen zumeist in Form anorganischer Salze oder organischer Salze oder in Komplexen mit Aminosäuren. Für diesen Beitrag wurden mehr als 500 einschlägige Berichte aus der medizinischen Literatur gesichtet. Aussagekräftige klinische Untersuchungen liegen dabei offensichtlich nur für wenige Zinkformen vor. Insbesondere für den Komplex aus Zink und Histidin wurden im Vergleich zu Zinksulfat relevante Vorteile hinsichtlich der Bioverfügbarkeit klinisch nachgewiesen. Zinksulfat diente in den meisten Studien als Referenzpräparat.   

Zinkcarbonat

Zinkcarbonat ist kein üblicher Bestandteil von Zinksupplementen. Es ist schlecht löslich und keine gute Quelle für die Resorption von Zink. 

Zinksulfat

Zinksulfat kann für die vergleichende Betrachtung der Bioverfügbarkeit als Referenzpräparat gelten. In einer Reihe von Studien wurde mit diesem Arzneistoff die Abhängigkeit der Zinkresorption von verschiedenen Faktoren untersucht. Ein Faktor, der die Aufnahme von Zinksulfat eindeutig negativ beeinflusst, ist die Einnahme unmittelbar zu den Mahlzeiten. So fanden keine erhöhten Serum-Zinkwerte bei Zufuhr von 50 mg Zink in Form von Zinksulfat, wenn das Zinkpräparat zum Essen gegeben wurde, aber eine Erhöhung um den Faktor 2 bei Nüchterneinnahme.   

Zinkoxid

Zinkoxid ist in der Dermatologie als Bestandteil externer Zubereitungen bekannt, zum Beispiel in Wund- und Heilsalben. Es ist aber auch als Wirkstoff für die orale Supplementation gebräuchlich, insbesondere in Nahrungsergänzungsmitteln ohne amtliche Zulassung. Im Tierversuch (Hühnern): Vergleich Zinksulfat (100%) zu Zinkoxid eine relative Bioverfügbarkeit von nur von 61%. Umgerechnet auf die Einlagerung von Zink in die Knochen der Versuchstiere, also die Verwertung des zugeführten Zinks, schnitt Zinkoxid noch schlechter ab: mit 44% des Wertes von Zinksulfat.   

Zinkgluconat

Untersuchungen zufolge scheint die Resorption von Zink aus Zinkgluconat mit derjenigen von Zinksulfat vergleichbar zu sein. Im Rahmen einer Pharmakokinetikstudie untersuchten Neve et al. (1993) an zehn gesunden Probanden die Serum-Zinkprofile nach oraler Gabe von sechs Zubereitungsformen von Zinksulfat und Zinkgluconat, jeweils verabreicht in einer 45 mg Zink äquivalenten Dosis.   

Untersucht wurden

  • eine wässrige Lösung von Zinksulfat,
  • Kapseln mit 45 mg Zink in Form von Zinksulfat ohne Hilfsstoffe,
  • Kapseln mit jeweils 15 mg Zink in Form von Zinksulfat, ohne Hilfsstoffe,
  • Kapseln mit 45 mg Zink in Form von Zinkgluconat, ohne Hilfsstoffe,
  • Kapseln mit jeweils 15 mg Zink in Form von Zinkgluconat, mit den Hilfsstoffen Weizenstärke, Lactose, Siliciumdioxid und Magnesiumstearat,
  • magensaftresistente Tabletten mit jeweils 15 mg Zink in Form von Zinkgluconat, mit verschiedenen Hilfsstoffen, darunter Sorbitol und Polyethylenglykol.

  Den Ergebnissen zufolge könnte die Verteilung der gesamten Zinkdosis auf mehrere Einzeldosen die Gesamtverfügbarkeit von Zink steigern . Offensichtlichen Einfluss hatten auch die Hilfsstoffe: Sie verzögerten die Zinkaufnahme. Das schlechteste Ergebnis lieferten die magensaftresistenten Tabletten . Insgesamt stellten die Autoren eine geringfügig bessere Bioverfügbarkeit von Zinkgluconat gegenüber Zinksulfat fest.   

Zinkorotat

Orotsäure ist gebräuchlich als Komplexpartner für Mineralstoffe, so zum Beispiel Magnesium, Calcium, Eisen, Kupfer, Lithium oder Zink. Der Zinkkomplex mit Orotsäure löst sich zu fast 100 Prozent aus. Damit stellt er eine gute Grundlage zur Zinkversorgung für den Körper dar.   

Inkpantothenat

Die Verfügbarkeit von Zinksulfat und Zinkpantothenat (in Deutschland nicht im Handel) nach parenteraler und oraler Gabe am Kaninchen, war das beide Substanzen fast gleich waren. Die Ergebnisse waren für beide Substanzen nahezu identisch.     

Zinkaspartat

Die Verwendung von Zinkaspartat als Zinkquelle geht möglicherweise auf eine ältere tierexperimentelle Arbeit an Kaninchen zurück. Dort wurde eine bessere Resorption von Zinkaspartat im Vergleich zu Zinkchlorid und Zinksulfat festgestellt. In einer Studie an 7 gesunden Probanden fanden sie bei Gabe von Zinkaspartat in einer Dosis von 50 mg Zink-Äquivalenten keine signifikant erhöhten Plasmaspiegel, weder bei Nüchterneinnahme noch bei Einnahme zum Essen. Aus ihren Ergebnissen folgerten die Autoren, dass Zink aus Zinkaspartat in magensaftresistenter Zubereitung nicht resorbiert wird. Dies bestätigte ein Kontrollversuch mit zerstoßenen Tabletten an einem Probanden: Er erbrachte eine Erhöhung der Plasma-Zinkkonzentration in der gleichen Größenordnung, wie sie auch bei Einnahme von Zinksulfat beobachtet wird. 

Zink-Lysin und Zink-Methionin

Zink-Lysin und Zink-Methionin (beide nicht im Handel). Dabei wurde Zink-Lysin gegenüber Zinksulfat je nach Versuch als besser oder aber deutlich schlechter bioverfügbar eingestuft. Wedekind stellten im Tierversuch an Hühnern fest, dass Zink-Methionin im Vergleich zu Zinksulfat je nach Futtergrundlage eine relative Bioverfügbarkeit von 117% bzw. 177% hat. 

Zink-Histidin

Die Steigerung der Bioverfügbarkeit von Zink durch Komplexierung mit Histidin war Gegenstand einer Vielzahl tierexperimenteller und klinischer Untersuchungen. Sieht man von dem üblichen Referenzpräparat Zinksulfat ab, so kann man Zink-Histidin als die am besten untersuchte Zinkform betrachten. Besonders die resorptionsfördernde Wirkung von Histidin , die physiologische Co-Transportfunktion und die gute Verträglichkeit des Komplexes aus Zink und Histidin wird in der medizinischen Literatur immer wieder herausgestellt. Die WHO weist in einer Studie zur Kinderernährung explizit auf Histidin als resorptionsfördernden Komplexpartner für Zink hin, ebenso das britische Gesundheitsministerium in der Ausarbeitung einer Expertengruppe. Zink moduliert die Neurotransmission in Hirngebieten , die mit kognitiven Funktionen im Zusammenhang stehen:

Zinkmangel schwächt das Kurzzeitgedächtnis erheblich.

Dieser Effekt kann indirekt zur Bewertung der Bioverfügbarkeit herangezogen werden. So wurde in einer aktuell erschienenen tierexperimentellen Untersuchung an Ratten der Einfluss von Zinkchlorid gegen Zink-Histidin auf künstlich erzeugte Zinkmangelzustände untersucht. Nach Gabe von Zink-Histidin normalisierte sich die Hirnfunktion wesentlich schneller. Zink-Histidin wies eine höhere Bioverfügbarkeit auf als Zinkchlorid.

Grund

Der Co-Transport von Zink und Histidin erhöht die Wirksamkeit deutlich. 

Einfluss von Aminosäuren auf die Zinkresorption im Darm :

Organische Säuren wie Galakturonsäure, Glucuronsäure oder Citronensäure hatten einen fördernden Einfluss auf die Zinkaufnahme. Während Picolinsäure, die für die gute Verfügbarkeit von Zink in Muttermilch verantwortlich gemacht wurde, keine besonders herausragende Förderung der Zinkresorption verursachte, hatten die Aminosäuren Glutaminsäure, Glycin und Histidin ausgeprägte Effekte. ie Zinkresorption hängt vom pH-Wert ab. Im Dünndarm (pH 6,5 bis 7,6) scheint Histidin optimal zu wirken, dagegen ist im Colon eine Abhängigkeit der Zinkaufnahme von Histidin nicht mehr nachweisbar. 

Zusammenfassung

Risikogruppen sind insbesondere Diabetiker, Allergiker, Neurodermitiker, Psoriasiskranke, Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen, Rekonvaleszente, Sportler, stillende und schwangere Frauen, Senioren sowie Kinder in Wachstumsphasen. Auch wenn die unterschiedlichen Messmethoden eine abschließende Aussage nicht gestatten, kann aus der Literatur hinsichtlich der Bioverfügbarkeit von Zinkpräparaten folgende Reihenfolge abgeleitet werden: 

Zinkoxid << Zinkorotat < Zinksulfat < Zinkgluconat << Zink-Histidin.  

Zinkaspartat lässt sich in diese Reihe aufgrund mangelnder Daten nicht einsortieren. Insbesondere Diabetiker, die krankheitsbedingt erhöhte Zinkverluste aufweisen, profitieren von einer geregelten Zinkversorgung. Zink kann bei diesen Patienten zu einem besseren Ansprechen auf Antidiabetika (verbesserte Glucosetoleranz, verminderte Insulinresistenz) sowie einem schnelleren Abheilen von Haut- und Schleimhautdefekten führen. 31. Januar 2015 Druckversion S-FLU Nosode(Schweinegrippe) als homoöpatische Tropfen und Globuli nur bei uns. Neue Eigenkosmetik mit Hyaluronsäure gegen Falten. Lines Refiller plus 100g für € 39,95.

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