Beschwerden

Beschwerden der Wechseljahre Häufigkeit und Dauer

Wechseljahre sind keine Krankheit. Dennoch können vor allem die starken Schwankungen in den Hormonspiegeln zu Beschwerden führen, die Krankheitswert haben. Das betrifft aber nicht alle Frauen gleich stark. Der größere Teil der Frauen ist gar nicht, oder nur sehr gering von Beschwerden, die durch den Umstellungsprozess auftreten können, betroffen. Bei anderen dagegen zeigen sich typische Beschwerden dafür umso heftiger. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen:

  • 1/3 haben keine Beschwerden
  • 1/3 haben leichte bis mittlere Beschwerden
  • 1/3 haben mittlere bis starke Beschwerden

Die Stärke der Beschwerden ist großen Schwankungen unterworfen und hängt sowohl von körperlichen, als auch von psychischen und sozialen Bedingungen der einzelnen Frau ab. Die Dauer der Beschwerden ist ebenso individuell. Manche Frauen leiden nur 6 Monate an typischen Beschwerden, andere über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren . Insgesamt dauert der hormonelle Umstellungsprozess der Wechseljahre etwa 10, maximal 15 Jahre .   

Hitzewallungen

Häufig werden die Hitzewallungen von den betroffenen Frauen als die unangenehmste Auswirkung der Wechseljahre empfunden. Dabei tritt plötzlich und ohne erkennbaren Grund ein Hitzegefühl auf. Häufig beginnt es im Brustbereich mit Hitze und Kribbeln. Von da aus steigt es über den Hals bis zum Kopf, wobei sich die Haut rötet. Oft wird das von Herzklopfen begleitet. Erst dann kommt es zum Schweißausbruch und die Beschwerden nehmen wieder ab. Danach stellt sich häufig ein leichtes Frösteln ein. Der ganze Vorgang dauert häufig weniger als eine Minute. Es gibt aber auch Hitzewallungen, die länger andauern. Wie oft und wie heftig Hitzewallungen auftreten, ist sehr unterschiedlich. Manche Frauen erleben nur wenige Hitzewallungen am Tag, bei anderen kann es bis zu 50 mal am Tag auftreten. Vorhersagen kann man Hitzewallungen nicht. Sie sind auch kein Zeichen einer bestimmten Persönlichkeit. Entweder es kommt zu Hitzewallungen, oder eben nicht. Forschungen belegen bisher, dass nicht so sehr der Hormonmangel an sich für die Hitzewallungen verantwortlich ist, sondern eher die Umstellungsprozesse und die damit verbundenen Schwankungen im Hormonspiegel. Sind die Umstellungsprozesse abgeschlossen und die Hormonspiegel einigermaßen konstant, so verschwinden auch die Hitzewellen. Meistens ist dies nach einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren der Fall.  

Harninkontinenz

Harninkontinenz betrifft Frauen sehr viel häufiger, als Männer. Der Grund dafür ist sind spezielle Besonderheiten des weiblichen Schließmuskelsystem und die außerordentlichen Belastungen der Beckenbodenmuskulatur durch Schwangerschaft und Geburt. Dafür brauchen sich Frauen nicht zu schämen.
Dennoch ist Harninkontinenz auch heute immer noch ein Tabuthema. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Östrogenmangel bewirkt eine Schwächung des Bindegewebes (siehe Bild) . Die Muskulatur im Beckenbereich, die Blase, Gebärmutter, Scheide und Enddarm an ihrem Platz hält, wird durch Bindegewebe gestützt. Durch die leichte allgemeine Schwäche können sich die Organe eher absenken. Die Harnröhre selbst aber bleibt an ihrem Platz und verändert ihre Lage nicht. Sie wird dann nur etwas stärker gekrümmt. Dadurch kann der Blasenschließmuskel nicht mehr richtig funktionieren. Das ist ein Grund dafür, warum Harninkontinenz bei Frauen häufig nach den Wechseljahren auftritt. Dennoch gibt es keinen Automatismus in dieser Entwicklung. Eine kräftige Beckenbodenmuskulatur, die durch entsprechendes Beckenboden Training erreicht werden kann, ist ein wirksamer Schutz gegen Harninkontinenz. Es gibt heute vielfältige Möglichkeiten zur Behandlung der Harninkontinenz.