Nasenspray inaktiviert Viren

Das ist das Wirkprinzip eines neuen Cellulosehaltigen Nasensprays, das seit 1. September die Palette der Erkältungspräparate erweitert.  Einen grippalen Infekt mit einem Arznei­stoff zu behandeln, der sich gegen das auslösende Virus richtet, ist derzeit un­möglich.
Die Vielfalt der Viren und ihre ho­he Adaptationsrate lassen alle Therapie­strategien ins Leere laufen. 30 bis 50 Pro­zent aller Erkältungskrankheiten werden durch einen der über 100 Rhinovirus-Serotypen hervorgerufen, gefolgt von Corona-, Coxsackie- und bestimmten ECHO-Viren. Die viralen Übeltäter befallen zuerst den Nasopharynx und vermehren sich dort in den Schleimhautzellen. Der Körper rea­giert und seine Immunreaktionen lösen das typische kribbelnde Gefühl im Nasen-Rachen-Raum, Niesen, laufende Nase sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl aus.

Eine neue Therapieidee steckt hinter Wick Erste Abwehr®, nämlich die der un­spezifischen Virusbekämpfung. Ungeach­tet dessen, welche Erkältungsviren sich im Nasen-Rachen-Raum niedergelassen haben, sorgt das neue Präparat dafür, dass die Viren ihre Infektiosität völlig oder zu­mindest teilweise verlieren. Um dies zu erreichen, enthält das Nasenspray ein einprozentiges Hydroxypropylmethylcellulose-Gel (HPMC-Gel) mit einem pH-Wert von 3,5. Als Medizinprodukt wirkt es auf physikalische Weise gegen die extrazellu­lären Viren, bevor diese weitere Zellen in­fizieren können. Dieser unspezifische Wirkansatz macht eine Resistenzentwick­lung unmöglich. 

Inokkulation verhindern

Erzielt wird dieser Effekt mit einer Drei­fachwirkung, die Professor Dr. Wolfgang Gstöttner von der HNO-Universitätsklinik Frankfurt am Main auf der Einführungs­pressekonferenz so     zusammenfasste: »Einkapseln - Inaktivieren - Entfernen.« Die viskose HPMC-Gelmatrix kapselt die Viren rezeptorunabhängig ein und redu­ziert sowohl die Aktivität der Viren als auch deren Kontakt mit den Epithelzellen der Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum. »In-vitro-Studien zeigen, dass Penetration und Infektion von Rhinoviren des Typs RV-16 in Standardtestzellen durch Wick Erste Abwehr komplett blockiert wer­den. Untersuchungen zum mukozilliären Transport und damit zur Verweildauer ha­ben ergeben, dass das HPMC-Gel länger im Nasen-Rachen-Raum verweilt als alle anderen getesteten Formulierungen«, so Gstöttner. Dem Verkapseln folgt nun die Inaktivierung der Erkältungsviren. Auf Grund der enthaltenen Säuren (Bernstein- und Pyroglutaminsäure) setzt das neue Na­senspray den pH-Wert im gesamten Na­sen-Rachen-Raum für kurze Zeit auf etwa 4 herab, erklärte Gstöttner.

Da die meisten Erkältungsviren säurelabil sind, würden sie dadurch inaktiviert werden und ihre Infektiosität verlieren. In-vitro-Daten zeigten, dass die Inaktivierung innerhalb einer Minute erfolgt. Auch das HPMC-Gel selbst reduziere bereits die Infektiosität von Rhinoviren, wie Untersuchungen be­stätigten. »Da der pH-Wert nur für weni­ge Minuten verändert wird - dafür sorgt die spezielle Pufferung des Präparats -sind keine Beeinträchtigungen der Mikroflora zu erwarten«, informierte Gstöttner. Die dritte Wirkkomponente - die Ausschwemmung - erklärt sich dadurch, dass das Mikrogel eine höhere Salzkonzentrati­on als das Nasensekret hat. Diese Hyperosmolarität induziert eine vorzeitige Rhi­norrhö von nur einigen Minuten. So werden die extrazellulären, eingekapselten Viren in den Magen gespült und dort von der Magensäure endgültig zerstört. Stu­dien zufolge erzielt das HPMC-Gel eine fast dreimal stärkere nasale Sekretion als gleiche Mengen Kochsalzlösung.   

Ausbruch möglichst verhindern

Die Ergebnisse von Untersuchungen an knapp 3000 Patienten zeigen, dass der lo­kale, nicht pharmakologische Behand­lungsansatz effektiv ist, sagte Professor Dr. Claus Bachert von der HNO-Universi­tätsklinik Gent, Belgien. So lag in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 414 Patienten der mittlere Schweregrad der Symptomatik unter Verum signifikant niedriger als unter Placebo. Zudem wur­den die Patienten deutlich schneller wie­der gesund, nämlich fast drei Tage früher (Krankheitsdauer 6,4 gegenüber 8,9 Tage). Ei­ne klinische Untersuchung mit 175 Erkäl­teten bestätigte dieses Ergebnis. In einer klinischen Studie mit 64 künstlich infizierten Probanden (Viren wurden gezielt in die Nase gebracht) ver­hinderte das HPMC-haltige Mikrogel rund ein Viertel der Erkältungen. Bei den übri­gen Testpersonen waren die Symptome um rund 40 Prozent geringer ausgeprägt als unter Placebo. In einer weiteren prospektiven Studie entwickelten laut Patien­tenurteil nur 53 Prozent der Verum-Gruppe das Vollbild einer Erkältung; ohne Be­handlung waren es dagegen 80 Prozent. Die mittlere Erkältungsdauer sank mit Nasenspray um 35 Prozent.   

Anwendung bei ersten Symptomen

Entscheidend für die Wirksamkeit des neuen Nasensprays ist sein rechtzeitiger Einsatz. Nur wenn Betroffene das Mittel im Frühstadium der Erkältung anwenden, kann es Erkältungsviren an der Schädi­gung der Schleimhaut hindern. Nur dann haben sich diese noch nicht in die Epithel­zellen eingegraben. Hält der Infekt dage­gen schon einige Tage an, haben sich die Viren bereits exponentiell vermehrt und das Gewebe geschädigt. Laut Professor Dr. Stefan Zielen von der Klinik für Kinder­heilkunde der Universität Frankfurt am Main heißt das konkret: »Beginnt die Na­se leicht zu kribbeln, kann das Präparat Schlimmeres verhindern.
Am dritten Tag hat die Erkältung meist ihren Höhepunkt erreicht, dann ist das Nasensekret nicht mehr wässrig, sondern schon dickflüssig­gelblich. Dann kann Wick Erste Abwehr nicht mehr helfen.